A Appropriate Probability Model for the Bell Experiment

Der Artikel stellt ein explizites Wahrscheinlichkeitsmodell für das CHSH-Bell-Experiment vor, das ohne Realismus auskommt, die Quantenergebnisse vollständig erklärt und zeigt, dass die Bell-Ungleichung bei korrekter Modellierung nicht verletzt wird, wobei die Erweiterung um verborgene Variablen auf Nicht-Separierbarkeit und damit auf Nicht-Lokalität oder Nicht-Determinismus hindeutet.

Kees van Hee, Kees van Berkel, Jan de Graaf

Veröffentlicht 2026-03-03
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Das große Missverständnis beim Bell-Experiment

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein magisches Paar von Würfeln. Diese Würfel sind „verschränkt": Wenn Sie sie in entgegengesetzte Richtungen werfen, zeigen sie immer korrelierte Ergebnisse. Wenn Würfel A eine 6 zeigt, zeigt Würfel B sofort eine 1, egal wie weit sie voneinander entfernt sind.

Der Physiker John Bell stellte vor Jahrzehnten eine Regel auf (die Bell-Ungleichung). Er sagte im Grunde: „Wenn diese Würfel ihre Ergebnisse vor dem Wurf festgelegt haben (Realismus) und wenn der Wurf des einen den anderen nicht beeinflusst (Lokalität), dann dürfen die Ergebnisse niemals eine bestimmte mathematische Grenze überschreiten."

Das Problem: Quantenphysiker haben diese Würfel (in Form von Photonen) geworfen, und sie haben die Grenze überschritten. Das führte zu der berühmten „Bell-Kontradiktion". Viele dachten daraufhin: „Oh nein! Entweder gibt es keine objektive Realität, oder die Teilchen kommunizieren schneller als das Licht."

Aber diese Autoren sagen: „Moment mal! Wir haben die Rechnung falsch gemacht, nicht die Physik."

Hier ist ihre neue Sichtweise, erklärt mit einfachen Analogien:


1. Der Fehler: Der „Allwissende Beobachter"

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Detektiv, der versucht, das Verhalten der Würfel zu verstehen.

  • Der alte Ansatz (Der Fehler): Der Detektiv geht davon aus, dass jeder Würfel gleichzeitig vier verschiedene Gesichter hat, auch wenn er nur einmal geworfen wird. Er sagt: „Würfel A hat ein Gesicht für Einstellung 1, eines für Einstellung 2, eines für Einstellung 3 und eines für Einstellung 4. Auch wenn wir nur Einstellung 1 wählen, existieren die anderen drei Gesichter noch."

    • Das Problem: In der echten Welt (und in der Quantenphysik) können Sie einen Würfel nur in einer Einstellung werfen. Sie können nicht gleichzeitig in zwei verschiedene Richtungen schauen. Der alte Ansatz verlangt, dass wir Dinge messen, die wir gar nicht messen können. Das ist, als würden Sie versuchen, das Wetter von heute und morgen gleichzeitig zu messen, um eine Vorhersage zu treffen.
  • Der neue Ansatz (Die Lösung): Die Autoren sagen: „Nein, wir müssen die Wahrscheinlichkeit bedingte betrachten."

    • Die Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Wettervorhersage.
      • Wenn es regnet (Einstellung A), ist die Wahrscheinlichkeit für einen Regenschirm (Ergebnis X) hoch.
      • Wenn es sonnig ist (Einstellung B), ist die Wahrscheinlichkeit für einen Regenschirm (Ergebnis X) null.
    • Sie können nicht einfach die Wahrscheinlichkeit für „Regenschirm" berechnen, ohne zu wissen, ob es regnet oder scheint. Die Erwartungswerte müssen immer bedingt sein: „Wie hoch ist die Chance auf ein Ergebnis, gegeben, dass wir diese spezifische Einstellung gewählt haben?"

2. Die neue Rechnung: Keine Kontradiktion mehr

Die Autoren bauen ein neues mathematisches Modell (ein „Wahrscheinlichkeitsmodell"), das nur das berücksichtigt, was tatsächlich passiert:

  1. Wir wählen eine Einstellung (z. B. Winkel 0°).
  2. Wir messen das Ergebnis (+1 oder -1).
  3. Wir tun dies für verschiedene Winkel, aber nie gleichzeitig für alle.

Wenn man die Mathematik so macht (man nennt das bedingte Erwartungswerte), dann passt das Ergebnis der Quantenmechanik perfekt in die Bell-Ungleichung hinein. Es gibt keinen Widerspruch mehr! Die „Verletzung" der Ungleichung war nur ein mathematischer Trick, der davon ausging, dass man Dinge messen kann, die man nicht messen kann.

Kurz gesagt: Die Quantenwelt ist nicht seltsamer als gedacht. Wir haben nur die falsche Rechenmethode benutzt, als wir versuchten, sie mit klassischer Logik zu beschreiben.

3. Was ist mit den „versteckten Variablen"?

Viele Leute hoffen immer noch auf eine „versteckte Variable" (eine Art geheime Anweisung im Würfel, die alles bestimmt). Die Autoren fragen: „Können wir unser neues Modell um eine solche geheime Anweisung erweitern?"

Sie tun es. Und das Ergebnis ist überraschend:

  • Wenn man eine solche geheime Variable einführt, muss das Modell entweder nicht-deterministisch sein (der Würfel entscheidet sich erst im Moment des Wurfes, nicht vorher) oder nicht-lokal sein (der Würfel weiß sofort, was der andere tut, auch über große Distanzen).
  • Es gibt keinen Weg, beides zu vermeiden. Das Modell ist „nicht trennbar" (nicht separabel).

Die Metapher:
Stellen Sie sich zwei Schauspieler vor, die auf zwei verschiedenen Bühnen spielen.

  • Deterministisch & Lokal: Jeder Schauspieler hat sein Skript vorher ausgedruckt. Sie wissen nichts voneinander. (Das funktioniert hier nicht).
  • Nicht-deterministisch: Die Schauspieler improvisieren. Sie wissen nicht, was sie sagen werden, bis sie es sagen.
  • Nicht-lokal: Die Schauspieler haben ein unsichtbares Funkgerät. Wenn einer eine Pause macht, weiß der andere sofort Bescheid.

Die Autoren zeigen: Um die Quantenphysik zu erklären, müssen wir akzeptieren, dass entweder die Schauspieler improvisieren (kein fester Plan) oder sie sich telepathisch verbinden (nicht-lokal). Eine „feste, aber verborgene" Anleitung, die alles vorherbestimmt, funktioniert nicht.

Zusammenfassung für den Alltag

Stellen Sie sich vor, Sie versuchen, die Regeln eines Kartenspiels zu verstehen, bei dem die Karten ihre Farbe ändern, sobald Sie hinschauen.

  • Die alte Sicht: „Die Karten müssen schon vorher eine Farbe gehabt haben! Aber die Mathematik sagt, das ist unmöglich. Also ist die Realität illusorisch!"
  • Die neue Sicht dieser Autoren: „Nein, die Karten hatten vorher keine Farbe. Die Farbe entsteht erst durch die Frage, die Sie stellen (die Einstellung). Wenn Sie die Mathematik so aufbauen, dass Sie nur die Farbe betrachten, nachdem Sie gefragt haben, dann passen alle Regeln perfekt zusammen. Es gibt kein Paradoxon."

Das Fazit: Die Quantenmechanik ist nicht „kaputt" oder „unlogisch". Wir mussten nur aufhören, Dinge zu messen, die wir nicht messen können, und die Mathematik endlich so schreiben, wie die Natur sie wirklich ist: als eine Geschichte von bedingten Möglichkeiten, nicht von feststehenden Fakten.