MuFlex: A Scalable, Physics-based Platform for Multi-Building Flexibility Analysis and Coordination

Das Paper stellt MuFlex vor, eine skalierbare, Open-Source-Plattform für die koordinierte Flexibilitätsanalyse mehrerer Gebäude, die detaillierte physikalische Modelle (EnergyPlus/Modelica) mit Reinforcement Learning verbindet und durch eine Fallstudie ihre Wirksamkeit bei der Reduzierung des Spitzenlastbedarfs unter Wahrung des Komforts demonstriert.

Ziyan Wu, Ivan Korolija, Rui Tang

Veröffentlicht 2026-03-11
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Stellen Sie sich vor, unser Stromnetz ist wie ein riesiges, belebtes Orchester. In der Vergangenheit spielten die Musiker (Kraftwerke) einfach nach einem festen Takt. Heute aber kommen immer mehr Solisten hinzu, die nicht immer pünktlich sind: Windräder und Solaranlagen. Sie spielen nur dann, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Das macht das Orchester unruhig und instabil.

Um das Orchester wieder zusammenzubringen, brauchen wir nicht nur mehr Instrumente, sondern auch Musiker, die flexibel spielen können. Genau hier kommen die Gebäude ins Spiel.

Das Problem: Ein chaotisches Konzert

Gebäude verbrauchen viel Energie, besonders für Heizung und Klimaanlage. Wenn alle Gebäude gleichzeitig ihre Klimaanlage auf volle Leistung drehen, weil es nachmittags heiß ist, entsteht ein riesiger "Strom-Stau" (Spitzenlast). Das kann das Stromnetz zum Kollabieren bringen.

Bisher haben Gebäude wie einzelne, sture Musiker reagiert: Sie halten sich stur an einen festen Plan, egal was das Orchester braucht. Wenn man versucht, viele Gebäude gleichzeitig zu koordinieren, wird es kompliziert. Die meisten bisherigen Computer-Programme, die man zum Testen solcher Strategien nutzt, sind wie Puppenhäuser: Sie sehen aus wie echte Häuser, sind aber innen leer oder stark vereinfacht. Sie können nicht wirklich verstehen, wie die Wärme in den Wänden wandert oder wie die Klimaanlage im Detail funktioniert.

Die Lösung: MuFlex – Der "Echte" Simulator

Hier kommt MuFlex ins Spiel, das in dieser Studie vorgestellt wird. Man kann sich MuFlex wie einen ultra-realistischen Videospiele-Simulator vorstellen, aber für ganze Stadtviertel.

  1. Keine Puppen, sondern echte Physik: Im Gegensatz zu den vereinfachten Modellen baut MuFlex jedes Gebäude aus "echten" physikalischen Bausteinen (wie ein komplexes LEGO-Set). Es simuliert genau, wie sich die Luft bewegt, wie die Sonne durch das Fenster scheint und wie die Wände Wärme speichern. Das ist wie der Unterschied zwischen einem Strichmännchen und einem fotorealistischen 3D-Charakter.
  2. Der Kommunikations-Hub: MuFlex ist wie ein Dirigent, der mit allen Musikern gleichzeitig sprechen kann. Es verbindet verschiedene Simulations-Programme (z. B. eines für die Gebäudehülle, eines für die Technik) nahtlos miteinander.
  3. Der lernende Dirigent (Künstliche Intelligenz): Das Herzstück ist ein KI-Algorithmus (genannt "Soft Actor-Critic"). Stellen Sie sich diesen KI-Dirigenten vor, der nicht starr Noten liest, sondern durch Ausprobieren lernt. Er versucht millionenfach, wie man die Klimaanlage regelt, um den Stromverbrauch zu senken, ohne dass es den Bewohnern zu kalt oder zu warm wird.

Das Experiment: Vier Bürogebäude im Test

Die Forscher haben MuFlex mit vier Bürogebäuden getestet.

  • Die alte Methode (Der starre Dirigent): Die Klimaanlage lief einfach immer auf einer festen Temperatur. Das führte dazu, dass nachmittags der Stromverbrauch explodierte und das Limit überschritten wurde.
  • Die neue Methode (Der lernende KI-Dirigent): Die KI lernte, dass Gebäude wie Eiswürfel sind. Wenn es noch kühl ist (morgens), kühlt sie die Gebäude extra stark herunter. Das Gebäude speichert diese "Kälte" in seinen Wänden (wie ein Eiswürfel, der schmilzt).
  • Das Ergebnis: Wenn es nachmittags heiß wird und der Strompreis steigt, schaltet die KI die Klimaanlage etwas zurück. Das Gebäude gibt die gespeicherte Kälte langsam ab. Die Temperatur bleibt für die Menschen angenehm, aber der Stromverbrauch sinkt drastisch.

Das Ergebnis war beeindruckend: Der KI-Dirigent konnte den Stromverbrauch an den kritischen Spitzenzeiten um fast 12 % senken, ohne dass sich die Menschen in den Büren beschwerten.

Warum ist das so wichtig?

Früher war es schwer, solche Strategien zu testen, weil man keine realistischen Modelle für ganze Stadtviertel hatte. MuFlex ändert das. Es ist wie ein Flugsimulator für Energie: Man kann gefährliche Szenarien (wie Stromausfälle oder extreme Hitze) risikofrei durchspielen, bis die KI die perfekte Strategie gefunden hat.

Zusammenfassend:
MuFlex ist ein offenes, kostenloses Werkzeug, das es Forschern ermöglicht, ganze Stadtviertel virtuell zu "trainieren". Es hilft uns, Gebäude von passiven Stromverbrauchern in aktive, flexible Partner für unser Stromnetz zu verwandeln. So können wir mehr Wind- und Solarenergie nutzen, ohne dass das Netz zusammenbricht – alles gesteuert durch eine KI, die gelernt hat, wie man mit der Physik der Gebäude spielt, statt gegen sie zu kämpfen.