It is not always greener on the other side: Greenery perception across demographics and personalities in multiple cities

Diese Studie zeigt, dass die Diskrepanz zwischen objektiv gemessener und subjektiv wahrgenommener städtischer Vegetation weltweit ähnlich ist und weniger von demografischen oder persönlichen Faktoren abhängt, sondern maßgeblich vom Wohnort der Betrachter geprägt wird, was kulturelle und erfahrungsbasierte Einflüsse auf die Grünwahrnehmung unterstreicht.

Matias Quintana, Fangqi Liu, Jussi Torkko, Youlong Gu, Xiucheng Liang, Yujun Hou, Koichi Ito, Yihan Zhu, Mahmoud Abdelrahman, Tuuli Toivonen, Yi Lu, Filip Biljecki

Veröffentlicht 2026-03-10
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Titel: Ist das Grün wirklich grüner auf der anderen Seite? Eine Reise durch die Wahrnehmung von Städten

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einer Straßenecke in Singapur und schauen sich eine andere Ecke in Amsterdam an. Beide Orte haben Bäume, Büsche und Rasenflächen. Aber wie grün wirken sie für Sie? Und wie grün sind sie tatsächlich, wenn man sie mit einem Maßband oder einem Computer misst?

Genau darum geht es in dieser wissenschaftlichen Studie. Die Forscher haben herausgefunden: Was wir sehen und fühlen, stimmt oft nicht mit dem überein, was die Zahlen sagen.

Hier ist die Geschichte der Studie, einfach erklärt:

1. Der Konflikt: Der Computer vs. Das menschliche Auge

Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei Richter, die eine Stadt bewerten sollen:

  • Richter „Computer" (Objektiv): Dieser Richter zählt einfach jeden grünen Pixel auf einem Foto. Er nutzt eine Art „Grün-Zähler" (in der Studie Green View Index oder GVI genannt). Wenn 30 % des Bildes grün sind, sagt er: „Das ist zu 30 % grün."
  • Richter „Mensch" (Subjektiv): Dieser Richter schaut sich das Bild an und sagt: „Wow, das fühlt sich sehr grün an!" oder „Das wirkt eher grau." Er berücksichtigt nicht nur die Menge, sondern auch, wie das Grün verteilt ist, wie nah es ist und wie es sich anfühlt.

Das Problem: Oft gibt es eine Diskrepanz. Ein Ort kann vom Computer als „sehr grün" eingestuft werden, aber die Menschen finden ihn langweilig oder nicht grün genug. Umgekehrt kann ein Ort mit wenig Grün von Menschen als sehr grün empfunden werden, weil das wenige Grün sehr schön platziert ist.

2. Die große Weltreise der Studie

Die Forscher haben nicht nur eine Stadt untersucht, sondern eine globale Reise gemacht. Sie haben Bilder aus fünf sehr unterschiedlichen Städten genommen:

  • Santiago (Chile)
  • Amsterdam (Niederlande)
  • Abuja (Nigeria)
  • Singapur
  • San Francisco (USA)

Sie haben 1.000 Menschen aus diesen Ländern gebeten, diese Bilder anzusehen und zu bewerten: „Welches Bild wirkt grüner?" Dabei haben sie auch viele Fragen zu den Personen gestellt: Wie alt sind sie? Wie viel Geld verdienen sie? Sind sie eher ruhig oder gesellig? Haben sie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale?

3. Die überraschenden Entdeckungen

Entdeckung Nr. 1: Wir sind alle gleich (fast)

Man könnte denken, dass ein älterer Mann aus Nigeria Grün anders sieht als eine junge Frau aus Singapur. Oder dass reiche Menschen anders urteilen als arme.
Aber: Die Studie zeigt, dass Alter, Geschlecht, Einkommen oder Persönlichkeit fast keine Rolle spielen. Ein Mensch aus Singapur sieht Grün fast genauso wie ein Mensch aus den USA, wenn es um die reine Wahrnehmung geht. Wir sind alle im Grunde gleich „grün-fähig".

Entdeckung Nr. 2: Wo du wohnst, ist der Schlüssel

Es gibt einen Faktor, der wirklich wichtig ist: Dein Zuhause.
Ein Mensch, der in einer sehr grünen Stadt wie Amsterdam lebt, hat einen anderen „Grün-Filter" als jemand, der in einer sehr trockenen Stadt lebt.

  • Die Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Brille auf. Wenn Sie in einer grünen Stadt wohnen, ist Ihre Brille vielleicht so eingestellt, dass Sie nur das extra Grüne sehen. Wenn Sie in einer grauen Stadt wohnen, freut sich Ihr Gehirn schon über ein kleines bisschen Grün.
    Die Studie fand heraus: Der Ort, an dem die Menschen leben, ist wichtiger als ihre Persönlichkeit. Unsere Umgebung prägt, wie wir Grün bewerten.

Entdeckung Nr. 3: Die Verteilung ist wichtiger als die Nähe

Früher dachte man vielleicht: „Je näher der Baum an mir steht, desto grüner fühlt es sich an."
Nein! Die Studie zeigt etwas Überraschendes: Es kommt darauf an, wie das Grün verteilt ist.

  • Die Analogie: Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Schüssel mit Erdbeeren.
    • Szenario A: Alle Erdbeeren liegen in einem Haufen direkt vor Ihrer Nase.
    • Szenario B: Die Erdbeeren sind schön auf dem ganzen Teller verteilt.
      Die Menschen fanden Szenario B (das verteilte Grün) grüner und schöner, auch wenn die Gesamtmenge an Erdbeeren gleich war. Das Gehirn mag es, wenn das Grün den Blick „überall" einnimmt, nicht nur direkt vor der Nase.

Entdeckung Nr. 4: Wir sehen mehr Grün, als da ist

Oft bewerten Menschen eine Straße als grüner, als der Computer es misst. Wir neigen dazu, das Grün zu „überbewerten". Vielleicht weil wir uns die Natur wünschen oder weil das Grün emotional wirkt. Der Computer zählt nur Pixel; das Herz zählt Gefühle.

4. Was bedeutet das für unsere Städte?

Die Forscher geben uns drei wichtige Tipps für die Stadtplanung:

  1. Zählen reicht nicht: Wenn Städte nur auf die Anzahl der Bäume schauen (Computer-Messung), verpassen sie, wie die Menschen sich wirklich fühlen.
  2. Lokales Wissen ist Gold wert: Man kann nicht einfach eine Regel für die ganze Welt aufstellen. Was in Singapur als „grün" gilt, muss in Chile nicht so wirken. Man muss die Bewohner vor Ort fragen.
  3. Verteilung statt Anhäufung: Es ist besser, Grünflächen schön im ganzen Stadtviertel zu verteilen, als sie nur in einem großen Park zu sammeln. Ein wenig Grün hier und dort macht die ganze Straße grüner wirken.

Fazit

Die Studie lehrt uns eine wichtige Lektion: „Das Gras ist nicht immer grüner auf der anderen Seite." Aber es ist auch nicht immer so grün, wie der Computer sagt. Es kommt darauf an, wie wir es sehen, wo wir leben und wie das Grün in unserem Blickfeld verteilt ist. Um Städte wirklich lebenswert zu machen, müssen wir nicht nur Bäume pflanzen, sondern auch verstehen, wie die Menschen diese Bäume wahrnehmen.