Qubit error bursts in superconducting quantum processors of Quantum Inspire: quasiparticle pumping and anomalous time dependence

Die Studie analysiert Qubit-Fehlerausbrüche in 5- und 7-Qubit-Prozessoren von Quantum Inspire und identifiziert dabei gerätespezifische Merkmale wie Quasiteilchen-Pumpen und eine anomale zeitliche Abhängigkeit der Fehlerhäufigkeit, die auf Dolan-Junctions zurückzuführen sind.

G. R. Di Carlo, M. Samiotis, A. Kamlapure, M. Finkel, N. Muthusubramanian, M. W. Beekman, N. Haider, M. S. Moreira, J. F. Marques, B. Segers, S. Vallés-Sanclemente, L. DiCarlo

Veröffentlicht 2026-03-05
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Das große Problem: Der "Quanten-Haustier-Stress"

Stellen Sie sich einen Quantencomputer wie ein riesiges, hochsensibles Orchester vor. Jeder Musiker (ein sogenanntes Qubit) muss absolut perfekt spielen, um die komplexe Musik (die Berechnung) zu erzeugen.

Das Problem ist: Das Orchester befindet sich in einem extrem kalten Raum (nahe dem absoluten Nullpunkt), aber es ist nicht völlig sicher vor Störungen. Von außen kommen ständig unsichtbare "Kugeln" – das sind kosmische Strahlung und Radioaktivität aus der Erde. Wenn eine dieser Kugeln auf den Computer trifft, ist es, als würde ein riesiger Stein in ein ruhiges Teich geworfen.

Was passiert dann?
Der Stein erzeugt Wellen (Schallwellen im Material), die sich durch den ganzen Computer ausbreiten. Diese Wellen reißen die Musiker aus ihrer Konzentration. In der Physik nennen wir diese gestörten Zustände "Quasiteilchen". Wenn zu viele davon da sind, hören die Musiker auf zu spielen oder spielen falsche Töne. Das nennt man einen Fehlerausbruch (Error Burst).

Normalerweise beruhigt sich das Orchester nach einer Weile wieder. Aber wie lange das dauert, und wie oft das passiert, ist das Geheimnis, das die Forscher in Delft entschlüsselt haben.

Die zwei Orchester: S-5 und S-7

Die Forscher haben zwei fast identische Quantencomputer gebaut, die sie S-5 und S-7 nannten. Sie sahen gleich aus, waren gleich gebaut und wurden in den gleichen Kühlschränken getestet. Der einzige Unterschied war die Art, wie die "Schalter" (die Josephson-Kontakte) hergestellt wurden:

  • S-5 hatte Schalter im "Dolan-Stil".
  • S-7 hatte Schalter im "Manhattan-Stil".

Man könnte sagen: Beide Orchester hatten die gleichen Instrumente, aber S-5 hatte einen etwas anderen Dirigenten-Stab als S-7.

Die zwei überraschenden Entdeckungen

Hier kommt es zu den zwei verrückten Dingen, die nur bei S-5 passiert sind:

1. Der "Quasiteilchen-Pumpen"-Effekt (Das aktive Aufräumen)

Stellen Sie sich vor, nach dem Steinwurf im Teich schwimmen überall kleine Fischschwärme (die Quasiteilchen) herum, die den Musikern im Weg sind.

  • Bei S-7 (Manhattan): Die Fischer müssen warten, bis die Fische von selbst verschwinden. Das dauert lange.
  • Bei S-5 (Dolan): Hier haben die Forscher etwas Geniales entdeckt. Durch das Design des Schalters gibt es eine kleine "Falle" (eine Art Aquarium), in die die Fische schwimmen können, wenn sie richtig angestupst werden.

Die Forscher haben festgestellt: Wenn sie die Musiker (die Qubits) schneller hin und her tanzen lassen (durch schnelle Signale, sogenannte π\pi-Pulse), werden die störenden Fische aktiv in die Falle gepumpt.

  • Die Analogie: Es ist, als würde man im Orchester schnell klatschen, um die Flöhe, die auf den Musikern sitzen, in eine Schublade zu erschrecken, wo sie gefangen bleiben.
  • Das Ergebnis: Bei S-5 wurde die Erholungszeit nach einem Fehlerausbruch viel kürzer, je schneller sie klatschten. Bei S-7 passierte das gar nicht, weil dort keine Falle eingebaut war.

2. Der mysteriöse "Stress-Anfall" (Der Anstieg und das Verschwinden)

Das zweite Phänomen ist noch rätselhafter und passierte nur bei S-5.
Stellen Sie sich vor, das Orchester spielt seit Wochen ruhig. Plötzlich, nach ein paar Wochen im kalten Raum, passiert etwas Verrücktes:

  1. Der Anstieg: Über Nacht explodiert die Anzahl der Fehler. Es ist, als würde das Orchester plötzlich in Panik geraten und alle gleichzeitig falsch spielen.
  2. Das Verschwinden: Nach ein paar Stunden beruhigt es sich wieder. Aber das Schlimmste kommt danach: Die Fehlerzahl fällt nicht nur auf das normale Niveau zurück, sondern sie wird extrem niedrig – viel niedriger als am Anfang! Es ist, als würde das Orchester plötzlich so perfekt spielen, wie es noch nie gespielt hat.
  3. Der Reset: Wenn man das Orchester einmal kurz aufwärmt und wieder abkühlt (ein "thermischer Zyklus"), beginnt der ganze Zyklus von vorne.

Warum passiert das?
Die Forscher haben keine Ahnung! Es ist wie ein magischer Effekt. Vielleicht hat sich das Material im Inneren des Chips über Wochen langsam "gesetzt" oder verändert, bis es plötzlich einen Ruck machte und dann in einen perfekten Zustand fiel. Es ist ein Rätsel, das die wissenschaftliche Welt herausfordert.

Warum ist das wichtig?

Quantencomputer brauchen Fehlerkorrektur, um wirklich mächtig zu sein. Wenn Fehler in großen Wellen kommen (Bursts), ist das Korrektur-System überfordert.

  • Die gute Nachricht: Wir haben jetzt verstanden, dass man durch das Design der Schalter (wie bei S-5) Fehler aktiv "wegpumpen" kann. Das ist wie ein selbstreinigender Filter.
  • Die große Frage: Wenn wir herausfinden, was diesen "Stress-Anfall" und das anschließende perfekte Spielen auslöst, könnten wir Quantencomputer so bauen, dass sie sich selbst in einen Zustand extrem geringer Fehler versetzen – quasi einen "Super-Modus" für die Berechnungen.

Fazit

Die Forscher haben gezeigt, dass kleine Unterschiede im Bau von Quantenchips riesige Auswirkungen haben. Sie haben einen Weg gefunden, Fehler aktiv zu beseitigen (durch Pumpen) und ein mysteriöses Verhalten entdeckt, das auf eine Art "Selbstheilung" hindeuten könnte. Es ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Computer, der nicht nur rechnet, sondern auch weiß, wie er sich selbst repariert.