Public Sector Open Source Program Offices - Archetypes for how to Grow (Common) Institutional Capabilities

Diese Studie identifiziert sechs Archetypen von Open-Source-Programmabteilungen (OSPOs) im europäischen öffentlichen Sektor, um Organisationen und politischen Entscheidungsträgern praxisnahe Leitlinien für den Aufbau institutioneller Kompetenzen und die strategische Förderung von Open-Source-Software zu bieten.

Johan Linåker, Astor Nummelin Carlberg, Ciaran O'Riordan

Veröffentlicht 2026-03-06
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Hier ist eine einfache, bildhafte Erklärung der Studie auf Deutsch:

Das große Puzzle: Wie der öffentliche Sektor mit „Freiem Code" umgeht

Stellen Sie sich die digitale Welt als einen riesigen, komplexen Baukasten vor. Fast alles, was wir heute im Internet oder in Behörden nutzen, besteht aus Bausteinen, die von anderen gebaut wurden. Diese Bausteine nennt man Open Source Software (OSS). Das Besondere daran: Die Bauanleitung ist für alle offen. Jeder darf sie ansehen, verbessern und weitergeben.

Das Problem: Viele Behörden und öffentliche Institutionen (wie Krankenhäuser, Städte oder Ministerien) haben Angst vor diesem Baukasten. Sie denken: „Was, wenn die Anleitung falsch ist?", „Wer haftet, wenn etwas kaputtgeht?" oder „Wir wissen gar nicht, wie man damit arbeitet."

Hier kommt das OSPO ins Spiel.

Was ist ein OSPO? (Der „Übersetzer" und „Werkzeugkasten")

Ein OSPO (Open Source Program Office) ist wie ein spezielles Team oder eine Abteilung innerhalb einer Behörde, das als Übersetzer und Lotsen fungiert.

  • Ohne OSPO: Ein Bürgermeister möchte eine neue App bauen, traut sich aber nicht, die kostenlosen, offenen Bausteine zu nutzen, weil er die rechtlichen und technischen Regeln nicht kennt.
  • Mit OSPO: Das OSPO-Team sagt: „Keine Sorge! Wir kennen die Regeln. Hier ist der richtige Baustein, hier ist die Anleitung, und wir kümmern uns um die Versicherung."

Die Studie untersucht nun: Wie sehen diese Teams eigentlich aus? Da jede Behörde anders ist (eine große Stadt ist anders als ein kleines Dorf oder ein nationales Ministerium), gibt es nicht das eine richtige Team. Stattdessen haben die Forscher sechs verschiedene Typen (Archetypen) entdeckt.


Die 6 Typen von OSPOs: Ein Vergleich mit dem Alltag

Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein großes Fest organisieren. Je nachdem, wer Sie sind und wie groß Ihre Gruppe ist, organisieren Sie das Fest anders. Genauso ist es mit den OSPOs:

1. Der „Bundes-Manager" (National Government OSPOs)

  • Wer: Große nationale Ministerien (z. B. in Frankreich, Deutschland, Italien).
  • Aufgabe: Sie sind wie die Verkehrsleitzentrale. Sie schreiben die großen Regeln vor („Alle müssen offene Bausteine nutzen, wenn möglich") und bauen die großen Straßen (Plattformen), auf denen alle fahren können.
  • Analogie: Sie stellen sicher, dass alle Bundesländer dieselbe Landkarte benutzen und dass die Brücken (Software) sicher sind.

2. Der „Hausmeister" (Institution-centric OSPOs)

  • Wer: Große einzelne Institutionen wie die Europäische Kommission oder eine große Steuerbehörde.
  • Aufgabe: Sie kümmern sich um das eigene Haus. Sie sagen ihren eigenen Mitarbeitern: „Ihr dürft diese tollen Bausteine nutzen, aber achtet auf die Sicherheit."
  • Analogie: Ein Hausmeister in einem riesigen Bürogebäude, der sicherstellt, dass alle Abteilungen die gleichen Werkzeuge benutzen und niemand die Tür verriegelt.

3. Der „Stadtplaner" (Local Government OSPOs)

  • Wer: Städte und Gemeinden (z. B. Paris, Bratislava).
  • Aufgabe: Sie sind sehr nah am Bürger. Sie bauen konkrete Lösungen für die Menschen vor Ort (z. B. eine App für Müllabfuhr oder Parken).
  • Analogie: Ein Stadtplaner, der direkt mit den Bewohnern spricht und sagt: „Wir brauchen hier eine neue Ampel. Wir bauen sie gemeinsam mit dem Nachbarn, damit wir Geld sparen."

4. Der „Verein" (Association-based OSPOs)

  • Wer: Zusammenschlüsse von vielen kleinen Gemeinden (z. B. ein Verband aller Städte in den Niederlanden).
  • Aufgabe: Kleine Gemeinden haben oft kein Geld für eigene IT-Experten. Diese Vereine sammeln das Geld und das Wissen vieler kleiner Gemeinden, um gemeinsam eine große Lösung zu bauen.
  • Analogie: Ein Genossenschaftsmodell. Statt dass jeder Bauer sein eigenes Traktor-Team hat, schließen sie sich zusammen, kaufen einen großen Traktor und teilen sich die Kosten. So kann sich auch der kleinste Bauer eine moderne Technik leisten.

5. Der „Forschungs-Laborant" (Academic OSPOs)

  • Wer: Universitäten und Forschungsinstitute.
  • Aufgabe: Sie helfen Wissenschaftlern dabei, ihre Forschungsergebnisse (oft Software) so zu veröffentlichen, dass andere sie nutzen können, ohne dass die Universität ihre Rechte verliert.
  • Analogie: Ein Labor, das neue Entdeckungen macht. Der Laborant sorgt dafür, dass die Entdeckung nicht in einer Schublade verstaubt, sondern in einem offenen Buch veröffentlicht wird, damit die ganze Welt davon lernen kann.

6. Der „Bürger-Helfer" (Organisations with OSPO-like functions)

  • Wer: Nicht-staatliche Organisationen (z. B. „Code for Romania").
  • Aufgabe: Diese sind keine Behörden, helfen aber den Behörden. Sie bauen Lösungen, die die Behörden brauchen, aber selbst nicht bauen können.
  • Analogie: Ein ehrenamtlicher Nachbarschaftshelfer. Die Stadt ist zu beschäftigt oder zu unflexibel, um das Dach zu reparieren. Der Helfer kommt von außen, repariert es kostenlos und gibt den Schlüssel zurück.

Was ist das Wichtigste, was wir daraus lernen?

Die Studie sagt uns drei Dinge:

  1. Es gibt keine „Einheitsgröße": Eine kleine Stadt braucht kein riesiges Team wie ein ganzes Land. Aber sie braucht trotzdem jemanden, der sich um die Regeln kümmert.
  2. Zusammenarbeit ist der Schlüssel: Die besten Lösungen entstehen, wenn sich Städte und Behörden zusammenschließen (wie beim „Verein"-Typ). So müssen sie nicht das Rad neu erfinden.
  3. Vertrauen aufbauen: Das größte Hindernis ist nicht die Technik, sondern die Angst. Das OSPO ist der Vertrauensmann, der sagt: „Es ist sicher, es ist gut, und wir helfen dir dabei."

Fazit

Das Open Source-Programm ist wie ein riesiges, offenes Werkzeuglager. Die OSPOs sind die Werkmeister, die sicherstellen, dass die Behörden nicht nur die Werkzeuge finden, sondern auch wissen, wie man sie benutzt, ohne sich zu verletzen. Ohne diese Werkmeister bleiben viele Behörden in der digitalen Steinzeit stecken, weil sie Angst haben, die Werkzeuge anzufassen. Mit ihnen können sie gemeinsam eine bessere, sicherere und günstigere digitale Zukunft bauen.