Comment on "On the emergence of preferred structures in quantum theory" by Soulas, Franzmann, and Di Biagio

Dieser Kommentar widerlegt die Behauptung von Soulas et al., dass sich aus Hamiltonoperator und Zustandsvektor bevorzugte Strukturen wie eine Tensorproduktstruktur emergieren lassen, und zeigt, dass deren Konstruktion die in Stoica (2022a) bewiesene Unmöglichkeit bestätigt, indem sie entweder physikalischen Beobachtungen widerspricht oder nicht eindeutig ist.

Ovidiu Cristinel Stoica

Veröffentlicht Tue, 10 Ma
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Hier ist eine einfache und bildhafte Zusammenfassung des wissenschaftlichen Artikels von Cristi Stoica auf Deutsch.

Das große Rätsel: Kann das Universum aus dem Nichts entstehen?

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen riesigen, leeren Raum (das Hilbert-Raum-Universum) und eine einzige Regel, die besagt, wie sich Dinge darin bewegen (der Hamilton-Operator, also die „Gesetze der Physik").

Die Hilbert-Raum-Fundamentalisten (eine Gruppe von Physikern, zu der auch die Autoren der kritisierten Arbeit gehören) glauben an eine sehr elegante Idee:

„Wenn wir nur diese eine Regel und den Zustand des Universums kennen, dann müssen daraus automatisch alle anderen Dinge entstehen: Teilchen, Räume, Zeit und sogar, wie diese Teilchen miteinander verbunden sind."

Sie glauben, dass wir nicht extra sagen müssen: „Hier ist ein Elektron, dort ist ein Proton." Das Universum soll sich diese Struktur aus dem Nichts „herausholen".

Der Streit: Ein neuer Versuch vs. ein altes Problem

Die Autoren Soulas, Franzmann und Di Biagio (2025) haben einen neuen, cleveren Versuch unternommen, genau das zu beweisen. Sie haben eine mathematische Maschine gebaut, die aus den Gesetzen und dem Zustand des Universums eine spezifische Struktur (eine „Tensor-Produkt-Struktur", kurz TPS) herausspuckt. Diese TPS sagt uns, welche Teile des Universums separate „Sub-Systeme" sind (z. B. welche Atome zu einem Molekül gehören).

Sie sagten: „Schaut her! Wir haben eine Struktur gefunden, die eindeutig aus den Grunddaten entsteht. Damit haben wir bewiesen, dass die alten Zweifel (von Cristi Stoica, 2022) falsch waren."

Cristi Stoica (der Autor dieses Kommentars) sagt jedoch: „Nein, ihr habt das Problem nicht gelöst. Ihr habt es nur versteckt. Eure Maschine funktioniert nicht so, wie das echte Universum funktioniert."

Die Analogie: Der Koch und das Rezept

Um Stoicas Argument zu verstehen, stellen wir uns einen Koch vor.

  1. Das Grundrezept (H und |ψ⟩): Das sind die Gesetze der Physik und der aktuelle Zustand des Universums.
  2. Die gewünschte Struktur (TPS): Das ist das fertige Gericht, z. B. ein Kuchen, der aus Schichten besteht (Ei, Mehl, Zucker).

Die Behauptung der Fundamentalisten:
„Wenn wir nur das Grundrezept haben, dann muss der Kuchen automatisch so aussehen, als wäre er aus Schichten aufgebaut. Wir müssen dem Koch nicht extra sagen: 'Mach Schichten!' Das passiert von allein."

Stoicas Kritik (Das Trilemma):
Stoica sagt, dass es unmöglich ist, aus dem reinen Rezept einzigartig und richtig die Schichten zu bestimmen, ohne den Koch zu betrügen. Es gibt drei Möglichkeiten, wie Soulas' Maschine versucht, das zu tun, und alle drei scheitern:

Option 1: Die Maschine ist starr (Keine Veränderung)

Stellen Sie sich vor, die Maschine baut den Kuchen so, dass er sich nie verändert. Wenn Sie den Kuchen heute backen, sieht er morgen genau gleich aus.

  • Das Problem: In der echten Welt ändern sich Dinge! Teilchen werden verschränkt (sie „tanzen" zusammen), dann wieder getrennt. Wenn die Struktur starr ist, kann sie keine Veränderung beschreiben. Das Universum wäre wie ein eingefrorenes Foto.

Option 2: Wir müssen einen Zeitpunkt festlegen (Der absolute Moment)

Vielleicht sagen wir: „Okay, wir schauen uns den Zustand des Universums nur genau jetzt an (z. B. heute um 12:00 Uhr) und bauen die Struktur darauf auf. Für alle Zeiten danach nutzen wir diese eine Struktur."

  • Das Problem: Das ist wie ein Koch, der sagt: „Ich habe das Rezept nur für den Moment des Backens gesehen." Aber das widerspricht der Idee, dass die Struktur aus den Gesetzen entsteht. Man müsste einen „absoluten Zeitpunkt" von außen einführen, was in der modernen Physik (wo Zeit relativ ist) nicht erlaubt ist. Es ist, als würde man dem Koch eine geheime Notiz geben: „Mach es so, wie es um 12:00 Uhr war!"

Option 3: Wir passen die Regeln ständig an (Die schleichende Anpassung)

Vielleicht sagen wir: „Die Struktur ändert sich mit der Zeit, aber wir passen die Regeln (die Invarianten) so an, dass sie immer das gleiche Ergebnis liefern."

  • Das Problem: Das ist wie ein Koch, der sagt: „Ich ändere mein Rezept jede Sekunde so, dass der Kuchen immer gleich aussieht." Das ist keine Emergenz (das spontane Entstehen). Das ist einfach, das Ergebnis von Hand vorzugeben und dann die Regeln so zu drehen, dass sie passen. Es ist wie wenn man die Masse eines Elektrons einfach „festlegt" und dann behauptet, sie sei aus dem Nichts entstanden.

Das Kernproblem: Der „Versteckte Knopf"

Stoica vergleicht die Methode von Soulas mit dem Festlegen der Masse eines Elektrons.

  • In der Physik gibt es bestimmte Werte (wie Masse oder Spin), die man nicht berechnen kann, sondern die man messen muss.
  • Soulas' Methode ist im Grunde so: „Wir nehmen die Struktur, die wir wollen, und suchen uns dann die passenden Zahlen (Invarianten), damit das Ergebnis herauskommt."
  • Stoicas Einwand: Das ist kein Beweis dafür, dass die Struktur entsteht. Das ist wie wenn man sagt: „Ich habe die Masse des Elektrons aus dem Nichts erschaffen!" – indem man einfach die Zahl 9,11 x 10^-31 kg in die Gleichung schreibt. Das ist keine Erklärung, das ist eine Definition.

Die „Beziehung" (Relationalität)

Soulas argumentiert mit einer „relationalen Philosophie": „Es kommt nur auf die Beziehungen zwischen den Dingen an, nicht auf absolute Werte."
Stoica sagt: „Das ist richtig, aber ihr wendet es falsch an."

  • Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Foto von einem Dreieck. Wenn Sie das Foto drehen, sieht das Dreieck anders aus, aber es ist das gleiche Dreieck.
  • Soulas sagt: „Drehen ist egal, das ist die gleiche Realität."
  • Stoica sagt: „Aber wenn Sie das Foto über die Zeit drehen (wie die Zeit im Universum vergeht), dann verändert sich das Bild! Wenn Ihre Theorie sagt, dass gedrehte Bilder das gleiche sind wie das Original, dann kann Ihre Theorie nicht erklären, warum sich Dinge im Laufe der Zeit verändern. Sie kann nicht zwischen 'gestern' und 'heute' unterscheiden."

Fazit: Was bleibt übrig?

Stoica schließt den Artikel mit einer freundlichen, aber klaren Botschaft:

  1. Die starke Version ist tot: Die Idee, dass alles (Raum, Zeit, Teilchen) allein aus den Grundgesetzen und dem Zustand des Universums entsteht, funktioniert nicht. Man braucht immer noch zusätzliche Informationen (wie die Definition von Teilchen und Orten), um die Welt zu beschreiben.
  2. Die schwache Version lebt: Vielleicht können wir die Grundgesetze (den Hamilton-Operator) nutzen, um zu verstehen, wie die Gesetze der Wechselwirkung aussehen (z. B. wie stark Teilchen sich anziehen), ohne zu behaupten, dass daraus auch die Teilchen selbst entstehen.
  3. Ein pädagogisches Geschenk: Obwohl Soulas' Arbeit den Beweis nicht liefert, ist sie trotzdem wertvoll. Sie zeigt uns genau, warum es so schwer ist, Strukturen aus dem Nichts zu erschaffen. Sie ist wie ein perfektes Beispiel dafür, wo die Falle liegt.

Zusammenfassend:
Stellen Sie sich vor, Sie versuchen, ein komplexes Puzzle aus einem einzigen Haufen loser Steine zu bauen, ohne die Anleitung zu haben. Soulas sagt: „Schauen Sie, ich habe ein Puzzle gebaut!" Stoica antwortet: „Ja, aber Sie haben die Anleitung einfach in den Haufen geschmuggelt, bevor Sie angefangen haben. Wenn Sie die Anleitung wirklich weglassen, können Sie das Puzzle nicht eindeutig bauen, ohne dass es entweder starr bleibt oder sich ständig ändert."

Die Welt ist komplexer, als wir hoffen, und man kann sie nicht nur aus einem einzigen mathematischen Satz ableiten.