From Perception to Cognition: How Latency Affects Interaction Fluency and Social Presence in VR Conferencing

Diese Studie untersucht mittels subjektiver Experimente, wie sich End-to-End-Latenz in VR-Konferenzen im Vergleich zu herkömmlicher Videokonferenzierung auf die wahrgenommene Interaktionsflüssigkeit und das soziale Präsenzempfinden auswirkt, um Erkenntnisse für die Optimierung immersiver virtueller Umgebungen zu gewinnen.

Jiarun Song, Ninghao Wan, FuZheng Yang, Weisi Lin

Veröffentlicht Wed, 11 Ma
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🥽 Wenn die Welt im VR-Call hakt: Warum Verzögerungen uns anders fühlen lassen

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem virtuellen Besprechungsraum. Sie sehen Ihre Kollegen als digitale Avatare, die sich bewegen, lachen und gestikulieren. Alles wirkt wie im echten Leben – bis plötzlich etwas schiefgeht. Jemand sagt etwas, und die Antwort kommt erst eine Sekunde später. In der echten Welt wäre das peinlich; in der virtuellen Welt kann das den ganzen Abend ruinieren.

Diese Studie von Jiarun Song und seinem Team untersucht genau dieses Phänomen: Wie wirkt sich eine technische Verzögerung (Latenz) auf unser Gefühl aus, wenn wir uns in Virtual Reality (VR) unterhalten?

Die Forscher haben zwei Dinge gemessen, die wie die zwei Seiten einer Medaille sind:

  1. Der Fluss des Gesprächs (Wahrnehmung): Fühlt sich das Gespräch flüssig an oder hakt es?
  2. Das Gefühl, "da" zu sein (Kognition): Fühle ich mich wirklich mit dem anderen verbunden und verstehe ich seine Gefühle?

Hier ist, was sie herausgefunden haben, erklärt mit ein paar kreativen Vergleichen:

1. Das "Telefon-Telefon"-Problem: Warum Warten nervt

Stellen Sie sich ein Gespräch wie ein Ballspiel vor. Ich werfe den Ball (meine Frage), du fängst ihn, denkst kurz nach und wirfst ihn zurück.

  • Bei 0 Verzögerung: Der Ball fliegt hin und her wie auf einem Tischtennis-Tisch. Das Spiel ist flüssig.
  • Bei hoher Verzögerung: Es ist, als würde der Ball durch einen langen, schmalen Tunnel geworfen. Er braucht ewig, bis er bei dir ankommt. Du wartest, du fühlst dich unsicher: "Hat er mich gehört? Spielt er noch mit?"

Die Studie zeigt: Je länger die Verzögerung, desto mehr geht der "Fluss" (die Interaktionsflüssigkeit) verloren. Aber hier kommt der spannende Teil: Es kommt darauf an, was ihr gerade macht.

  • Das Zähl-Spiel (Hochintensiv): Wenn ihr einfach nur abwechselnd Zahlen zählt ("1, 2, 3..."), ist jede Verzögerung sofort spürbar. Es ist wie ein Tanz, bei dem einer einen Takt verpasst. Das stört sofort.
  • Das Plaudern (Niedrigintensiv): Wenn ihr über den Urlaub redet, seid ihr toleranter. Ihr denkt ohnehin nach, wie ihr antworten wollt. Eine kleine Verzögerung wird eher dem anderen zugeschrieben ("Er überlegt gerade") als dem System ("Das Internet ist langsam").

2. Der VR-Vorteil: Der "Avatar-Puffer"

Hier wird es wirklich interessant. Die Forscher haben VR (mit Avataren) mit normalem Video-Call (wie Zoom auf dem Laptop) verglichen.

Das Überraschungsergebnis:
Wenn die Verzögerung zunimmt, leiden die Gesprächsflüssigkeit in VR weniger stark als im normalen Video-Call!

  • Der Vergleich: Stellen Sie sich vor, Sie unterhalten sich mit einem echten Menschen (Video-Call). Wenn er zögert, denken Sie: "Er ist gelangweilt" oder "Er hat mich nicht verstanden". Das stört das Gefühl der Verbindung sofort.
  • In VR: Wenn der Avatar zögert, denkt Ihr Gehirn eher: "Ach, das ist halt ein digitales Ding, vielleicht hakt die Technik." Da wir Avatare als "künstlich" wahrnehmen, sind wir toleranter gegenüber Pausen. Wir geben dem System mehr "Geduld", weil wir wissen, dass es nicht wirklich ein Mensch ist, der gerade nachdenkt.

Aber Achtung! Das ist nur die halbe Wahrheit.

3. Die Kehrseite der Medaille: Das "Gefühl der Anwesenheit"

Während VR bei der Flüssigkeit des Gesprächs robuster ist, bricht das Gefühl der sozialen Präsenz (das Gefühl, wirklich zusammen zu sein) bei hoher Verzögerung in VR viel schneller zusammen als im Video-Call.

  • Der Vergleich:
    • Video-Call: Auch bei schlechtem Internet sehen Sie das echte Gesicht Ihres Kollegen. Sie können die Mimik lesen. Selbst wenn es hakt, bleibt das Gefühl, dass da ein echter Mensch ist, der Sie ansieht.
    • VR: Wenn die Verzögerung zu groß wird (über 1 Sekunde), beginnt der Avatar zu "glitchern" oder zu warten. Dann fühlen Sie sich plötzlich einsam. Die Illusion bricht. Sie denken: "Okay, das ist nur ein Programm, das gerade nicht funktioniert." Das Gefühl, emotional verbunden zu sein, verschwindet schneller als im Video-Call.

Die Faustregel der Studie:
Damit VR wirklich funktioniert und Sie sich nicht isoliert fühlen, muss die Verzögerung unter 1 Sekunde bleiben. Alles darüber hinaus lässt die magische Verbindung reißen.

4. Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Forscher sagen im Grunde:

  • Für schnelle Spiele oder Zählen: VR ist super, aber wir müssen die Technik extrem schnell machen, damit der Rhythmus stimmt.
  • Für tiefgehende Gespräche: VR ist toll, solange es schnell läuft. Aber sobald es hakt, fühlen wir uns in VR einsamer als im Video-Call.

Das Fazit in einem Satz:
VR macht uns gegenüber technischen Pausen "dicker" (wir merken sie weniger beim Redefluss), aber wenn sie doch zu lange werden, fühlen wir uns emotional viel einsamer als bei einem normalen Videoanruf. Um das "Metaversum" wirklich lebendig zu machen, müssen die Daten so schnell fließen wie ein Gedankenblitz.