Rusty Flying Robots: Learning a Full Robotics Stack with Real-Time Operation on an STM32 Microcontroller in a 9 ECTS MS Course

Der Artikel beschreibt einen innovativen Masterkurs, in dem Studierende mithilfe der Programmiersprache Rust eine vollständige Robotik-Stack auf einer ressourcenbeschränkten STM32-Mikrocontroller-Plattform implementieren, um komplexe Flugalgorithmen ohne Black-Box-Software zu entwickeln.

Wolfgang Hoenig, Christoph Scherer, Khaled Wahba

Veröffentlicht 2026-04-02
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Stell dir vor, du möchtest einem Schüler beibringen, wie man einen Hubschrauber baut und fliegen lässt. Die meisten Universitäten tun das so: Sie geben den Studenten fertige, riesige Baukästen (Software-Frameworks) und lassen sie nur die Schrauben drehen, die sie verstehen. Oder sie lassen sie nur am Computer in einer Simulation spielen, wo nichts kaputtgehen kann.

Die Autoren dieses Papers haben sich gedacht: „Das ist langweilig und nicht realistisch!"

Sie haben einen Kurs für Master-Studenten entwickelt, der wie ein echtes Abenteuer funktioniert. Hier ist die Idee, einfach erklärt:

1. Das Ziel: Ein echter Roboter muss fliegen

Die Studenten sollen einen kleinen, käuflichen Drohnen-Roboter (eine „Crazyflie", die so leicht ist wie ein Briefumschlag) so programmieren, dass er wirklich fliegt. Aber das Tückische ist: Sie dürfen keine fertigen „Blackbox"-Software-Pakete benutzen. Sie müssen alles selbst bauen, von der Physik bis zur Steuerung.

2. Das Werkzeug: Rust statt C oder Python

Normalerweise programmiert man solche Dinge in C (sehr schnell, aber gefährlich wie ein Messer ohne Griff) oder Python (einfach, aber langsam wie ein Schneckentempo).
Die Autoren haben eine neue Sprache namens Rust gewählt.

  • Die Analogie: Stell dir Rust wie einen Roboter-Arm mit Sicherheitsgurt vor. Er ist so schnell und präzise wie C, aber er hat einen eingebauten Sicherheitsmechanismus, der verhindert, dass du dich selbst verletzt (Speicherfehler).
  • Der Clou: Die Studenten schreiben den Code einmal in Rust, und er läuft sowohl auf ihrem Laptop (für die Simulation) als auch direkt auf dem winzigen Chip der Drohne. Kein Umprogrammieren nötig!

3. Der Aufbau des Kurses (Die vier Stationen)

Der Kurs ist wie ein Vier-Gänge-Menü, bei dem jeder Gang auf dem vorherigen aufbaut:

  • Gang 1: Die eigene Welt bauen (Simulation)
    Bevor die Drohne fliegt, müssen die Studenten eine eigene Welt im Computer programmieren. Sie müssen selbst ausrechnen, wie Schwerkraft und Luft wirken.

    • Vergleich: Es ist, als ob ein Architekt erst selbst die Gesetze der Schwerkraft erfinden muss, bevor er ein Haus bauen darf. Das klingt verrückt, aber so verstehen sie wirklich, wie die Physik funktioniert.
  • Gang 2: Der Pilot (Regelung)
    Jetzt müssen sie den „Piloten" programmieren. Dieser muss die Drohne stabil halten und Kurven fliegen. Da die Drohne sich im 3D-Raum dreht, ist das Mathematik pur (nicht-linear).

    • Vergleich: Stell dir vor, du balancierst einen Besen auf dem Finger. Der Computer muss in Millisekunden entscheiden, wie stark er den Besen bewegt, damit er nicht umfällt. Wenn der Code einen Fehler hat, kracht die echte Drohne sofort ab.
  • Gang 3: Die Augen und das Gehirn (Zustandsschätzung)
    Die Drohne hat keine Augen wie wir, sondern Sensoren (Beschleunigungsmesser, Gyroskope). Diese Daten sind verrauscht und ungenau. Die Studenten müssen einen Algorithmus bauen, der aus diesem Chaos die wahre Position berechnet.

    • Vergleich: Es ist wie wenn du in einem dunklen Raum stehst und nur ein wackeliges Handy hast. Du musst im Kopf ausrechnen, wo du bist, obwohl dein Handy verrückt spielt.
  • Gang 4: Der Wegweiser (Planung)
    Zum Schluss muss die Drohne durch enge Lücken fliegen, ohne zu kollidieren. Sie muss den perfekten Weg planen.

    • Vergleich: Wie ein Rennfahrer, der im Millisekundentakt die beste Linie durch eine Kurve findet, ohne gegen die Leitplanke zu fahren.

4. Das Ergebnis: Warum das funktioniert

Die Studenten waren am Anfang skeptisch. Viele hatten Rust noch nie gesehen und mussten sich die Sprache selbst beibringen. Aber am Ende war der Kurs ein riesiger Erfolg.

  • Die Studenten lernten nicht nur Theorie, sondern sahen, wie ihre Mathematik in der echten Welt funktionierte.
  • Sie lernten, dass man keine fertigen Lösungen braucht, um komplexe Probleme zu lösen.
  • Die Sprache Rust hat sich als „Superheld" erwiesen: Sie ist sicher genug für Anfänger, aber schnell genug für die winzige Drohne.

Fazit

Dieser Kurs ist wie ein Flugsimulator, der in die echte Welt übergeht. Anstatt nur theoretisch zu lernen, wie man ein Flugzeug steuert, bauen die Studenten das Flugzeug, den Motor, den Piloten und die Landebahn selbst – und das alles mit einer modernen, sicheren Programmiersprache, die direkt auf dem winzigen Chip der Drohne läuft.

Es zeigt: Man kann komplexe Robotik lehren, ohne auf fertige Baukästen zu setzen, wenn man die richtigen Werkzeuge (wie Rust) und den Mut hat, alles selbst zu bauen.