The oldest Milky Way stars: New constraints on the age of the Universe and the Hubble constant

Diese Studie nutzt präzise Altersbestimmungen alter Sterne aus Gaia DR3, um eine untere Grenze für das Alter des Universums von über 13 Milliarden Jahren festzulegen und damit eine unabhängige Obergrenze für die Hubble-Konstante zu setzen.

Elena Tomasetti, Cristina Chiappini, Samir Nepal, Michele Moresco, Carmela Lardo, Andrea Cimatti, Friedrich Anders, Anna B. A. Queiroz, Guilherme Limberg

Veröffentlicht 2026-03-11
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Das kosmische Uhren-Experiment: Wie die ältesten Sterne das Alter des Universums messen

Stellen Sie sich das Universum nicht als riesigen, leeren Raum vor, sondern als ein riesiges, altes Haus. Seit dem „Urknall" (dem Moment, als das Haus gebaut wurde) ist Zeit vergangen. Die Astronomen in diesem Papier haben eine spannende Frage gestellt: Wie alt ist dieses Haus wirklich?

Bisher gab es zwei Haupttheorien, wie alt das Haus ist, und sie streiten sich heftig. Eine Theorie (basierend auf dem frühen Universum) sagt: „Das Haus ist etwa 13,8 Milliarden Jahre alt." Die andere (basierend auf dem heutigen Universum) sagt: „Nein, es ist nur etwa 12,9 Milliarden Jahre alt!" Dieser Streit wird die „Hubble-Spannung" genannt.

Um diesen Streit zu schlichten, haben Elena Tomasetti und ihr Team eine neue Methode entwickelt. Sie nutzen keine komplizierten physikalischen Formeln aus der Frühzeit des Universums, sondern schauen sich die ältesten Mieter im Haus an: die ältesten Sterne der Milchstraße.

Die Idee: Sterne als historische Uhren

Stellen Sie sich vor, Sie finden einen alten Baum in einem Wald. An seinen Jahresringen können Sie ablesen, wie alt er ist. Wenn Sie den ältesten Baum im Wald finden, wissen Sie: Der Wald muss mindestens so alt sein wie dieser Baum. Vielleicht ist der Wald sogar noch älter, weil der Baum erst später gepflanzt wurde, aber er kann auf keinen Fall jünger sein.

Genau das haben die Forscher mit den Sternen gemacht:

  1. Die Suche nach den „Urvätern": Sie haben sich über 200.000 Sterne angesehen, die von der ESA-Mission Gaia vermessen wurden.
  2. Die Auswahl: Sie suchten nach den „ältesten Bewohnern". Sie filterten alle Sterne heraus, die jünger als 12,5 Milliarden Jahre waren oder bei denen die Messung zu ungenau war.
  3. Der Reinigungsprozess: Wie bei einer alten Sammlung von Münzen gab es auch hier Fälschungen. Manche Sterne sahen alt aus, waren aber eigentlich „betrügerisch" (z. B. Sterne, die in Doppelsternsystemen Masse verloren haben und dadurch künstlich alt wirken). Die Forscher haben diese „Fälschungen" mit sehr strengen Regeln entfernt, bis nur noch 160 echte, verlässliche alte Sterne übrig blieben.

Das Ergebnis: Ein neues Fundament

Was haben diese 160 Sterne ihnen erzählt?

  • Das Alter der Sterne: Die meisten dieser alten Sterne sind etwa 13,6 Milliarden Jahre alt.
  • Der Zeitverlust: Sterne entstehen nicht sofort nach dem Urknall. Es dauerte eine Weile, bis das Gas im Universum kollabierte und die ersten Sterne leuchteten. Die Forscher schätzen diese Wartezeit auf mindestens 0,2 Milliarden Jahre.
  • Das Fazit: Wenn die ältesten Mieter 13,6 Milliarden Jahre alt sind und das Haus mindestens 0,2 Milliarden Jahre vor ihnen existierte, dann muss das Universum mindestens 13,8 Milliarden Jahre alt sein.

Was bedeutet das für den Streit?

Dieses Ergebnis ist wie ein schwerer Anker, der in den Wellen des Streits verankert wird.

  • Die Theorie, die das Universum auf nur 12,9 Milliarden Jahre schätzt, ist mit diesen Daten unvereinbar. Das Haus kann nicht jünger sein als seine ältesten Bewohner.
  • Die Theorie, die auf 13,8 Milliarden Jahre schätzt, passt perfekt.

Das bedeutet auch, dass die Expansionsrate des Universums (die sogenannte Hubble-Konstante) nicht so schnell sein kann, wie einige aktuelle Messungen nahelegen. Das Universum muss sich etwas langsamer ausdehnen, damit genug Zeit für die Entstehung dieser alten Sterne bleibt.

Zusammenfassung in einem Satz

Die Forscher haben die „Jahresringe" der 160 ältesten Sterne der Milchstraße gelesen und bewiesen, dass das Universum mindestens so alt ist wie diese Sterne plus eine kleine Wartezeit – ein Ergebnis, das die älteste und robusteste Theorie über das Alter unseres Kosmos bestätigt und andere, schnellere Modelle ausschließt.

Ausblick:
Dies ist erst der Anfang. Mit zukünftigen Daten von Gaia werden noch mehr Sterne entdeckt, und die Messungen werden noch präziser. Aber schon jetzt haben wir einen neuen, unabhängigen Beweis dafür, wie alt unser kosmisches Zuhause wirklich ist.