From Binary Screens to Continuous Compliance: A Shariah Screening Measure for Portfolio Design

Diese Studie entwickelt einen kontinuierlichen Shariah-Compliance-Index (CSCI), der die diskontinuierlichen Regeln verschiedener Standards in einem transparenten Maß vereint und zeigt, dass dieser zwar die Portfolio-Gestaltung verbessert, aber keine neue risikoadjustierte Renditequelle darstellt.

Abdulrahman Qadi, Akash Sharma, Francesca Medda

Veröffentlicht Thu, 12 Ma
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Hier ist eine einfache, bildhafte Erklärung der Forschungspapier „Von binären Bildschirmen zu kontinuierlicher Einhaltung: Ein Shariah-Prüfmaßstab für Portfoliodesign" auf Deutsch.

Das Problem: Der starre „Ja/Nein"-Filter

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Gruppe von Unternehmen auswählen, die mit Ihren ethischen oder religiösen Werten übereinstimmen (im Fall dieses Papiers: islamische Finanzregeln, bekannt als Shariah).

Bisher haben Investoren wie ein strenger Türsteher an einem Club gearbeitet. Dieser Türsteher hat eine Liste mit strengen Regeln:

  • „Ist der Schuldenanteil zu hoch? Nein, rein!"
  • „Ist der Bargeldbestand zu groß? Nein, rein!"
  • „Verdient das Unternehmen mit Alkohol Geld? Nein, rein!"

Das Problem ist: Dieser Türsteher ist extrem starr. Ein Unternehmen, das fast alle Regeln erfüllt (z. B. 32 % Schulden statt 33 %), wird genauso behandelt wie ein Unternehmen, das gar keine Regeln erfüllt. Beide landen draußen. Und ein Unternehmen, das knapp durchkommt, wird genauso behandelt wie eines, das perfekt ist.

Zusätzlich gibt es sechs verschiedene Türsteher (verschiedene internationale Standards wie AAOIFI, MSCI, FTSE etc.). Jeder hat seine eigene Liste. Ein Unternehmen kann bei Türsteher A „rein" kommen, aber bei Türsteher B „raus". Das verwirrt Investoren: Ist das Unternehmen eigentlich gut oder schlecht?

Die Lösung: Der „Shariah-Kompass" (CSCI)

Die Autoren dieses Papiers (Qadi, Sharma und Medda) haben eine clevere Idee entwickelt: Statt eines starren Ja/Nein-Filters bauen sie einen Kompass, den sie CSCI (Continuous Shariah Compliance Index) nennen.

Stellen Sie sich den CSCI nicht als Lichtschalter (An/Aus) vor, sondern als Dimmer für ein Lampenlicht.

  • 0,0 bedeutet: Das Unternehmen ist komplett dunkel (nicht erlaubt).
  • 1,0 bedeutet: Das Unternehmen leuchtet hell wie die Sonne (perfekt erlaubt).
  • 0,7 bedeutet: Das Unternehmen leuchtet gut, hat aber kleine Schatten.

Wie funktioniert das?
Der CSCI schaut sich die gleichen Regeln an wie die Türsteher (Schulden, Bargeld, unreine Einkünfte), aber er gibt keine harte Note. Er misst, wie weit ein Unternehmen von der perfekten Regel entfernt ist.

  • Wenn ein Unternehmen 32 % Schulden hat (Grenze ist 33 %), ist es im CSCI fast bei 1,0.
  • Wenn es 50 % Schulden hat, ist es vielleicht bei 0,5.
  • Wenn es 100 % Schulden hat, ist es bei 0,0.

Das Geniale daran: Man kann den CSCI nutzen, um zu sagen: „Ich will heute nur Unternehmen mit einem Dimmer-Wert von mindestens 0,9" (sehr streng) oder „Ich nehme alles ab 0,5" (etwas lockerer). So kann man die „Strenge" seines Portfolios wie einen Regler am Radio justieren, ohne das ganze Radio auszuschalten.

Was haben die Forscher herausgefunden?

Sie haben Daten von US-Aktien über 25 Jahre analysiert und vier wichtige Dinge entdeckt:

  1. Der Unterschied zwischen „Durchkommen" und „Sehr gut":
    Viele Unternehmen, die von den alten Türstehern als „erlaubt" eingestuft wurden, sind im CSCI-Test gar nicht so perfekt. Manche sind nur knapp durchgekommen, andere sind strahlend rein. Der alte Ja/Nein-Filter hat diesen Unterschied unsichtbar gemacht. Der CSCI macht ihn sichtbar.

  2. Der Kompromiss zwischen Strenge und Vielfalt:
    Wenn man den Dimmer auf „sehr streng" (z. B. 0,9) dreht, werden weniger Unternehmen ausgewählt. Das Portfolio wird kleiner und weniger diversifiziert (wie ein kleinerer Garten mit weniger Pflanzen). Aber: Die Performance (der Gewinn) bricht nicht dramatisch ein. Man kann also sehr streng sein, ohne das ganze Geld zu verlieren. Es ist ein glatter Übergang, kein Abgrund.

  3. Der große Test im September 2023:
    Im September 2023 haben zwei große Index-Anbieter (S&P und DJIM) ihre Regeln geändert: Sie haben die Prüfung von Bargeld und Forderungen gestrichen. Plötzlich durften viele Unternehmen „rein", die vorher draußen waren.
    Der CSCI hat gezeigt: Diese neuen „Erlaubten" haben im Durchschnitt einen sehr niedrigen CSCI-Wert (sie sind eigentlich nicht so rein, wie die neuen Regeln suggerieren). Die alten „Erlaubten" hatten einen hohen CSCI-Wert. Der CSCI hat also die Qualität der neuen Regeln entlarvt, die alten Ja/Nein-Regeln hätten das nicht getan.

  4. Kein magischer Gewinn-Booster:
    Die wichtigste Erkenntnis: Unternehmen mit einem hohen CSCI-Wert (sehr rein) machen nicht automatisch mehr Gewinn als solche mit einem niedrigeren Wert. Es gibt keinen „Shariah-Bonus" auf der Börse.
    Das ist aber gut! Es bedeutet, dass der CSCI kein Werkzeug ist, um „versteckte Gewinne" zu finden, sondern ein Werkzeug, um bessere Entscheidungen zu treffen. Man kann ein Portfolio bauen, das genau so streng ist, wie man es moralisch möchte, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass man dadurch finanziell bestraft wird.

Warum ist das wichtig?

Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus.

  • Die alte Methode (Binär): Sie können nur wählen zwischen „Ein Haus mit Mauern" oder „Kein Haus". Wenn Sie eine Mauer zu niedrig finden, müssen Sie das ganze Haus abreißen.
  • Die neue Methode (CSCI): Sie können die Höhe der Mauer genau einstellen. „Ich will eine Mauer, die 90 % der Höhe der perfekten Mauer hat."

Für Investoren, Fondsmanager und religiöse Berater bedeutet das:

  • Transparenz: Man sieht genau, wie „rein" ein Portfolio ist.
  • Flexibilität: Man kann die Strenge anpassen, ohne das ganze System zu ändern.
  • Vergleichbarkeit: Man kann verschiedene Standards (Türsteher) auf einer gemeinsamen Skala vergleichen.

Fazit:
Dieses Papier erfindet kein neues Wundermittel für höhere Gewinne. Es baut stattdessen ein besseres Messinstrument. Es hilft uns, die Welt der islamischen Investitionen nicht als eine starre Schwarz-Weiß-Welt zu sehen, sondern als ein farbenfrohes Spektrum, in dem wir unsere eigenen Grenzen genau dort ziehen können, wo wir sie haben wollen.