Fostering Knowledge Infrastructures in Science Communication and Aerospace Engineering

Diese Doktorarbeit untersucht, wie sich unterentwickelte Wissensinfrastrukturen in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Luft- und Raumfahrttechnik durch den Einsatz von KI-gestützten Workflows, Wissensgraphen und benutzerzentrierten Schnittstellen fördern lassen, wobei zukünftige Bemühungen über technische Lösungen hinaus auch gesellschaftliche und rechtliche Barrieren adressieren müssen.

Tim Wittenborg

Veröffentlicht Mon, 09 Ma
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🏗️ Der Bau einer „Wissens-Autobahn" für zwei verwaiste Länder

Stell dir vor, Wissen ist wie Wasser. Es gibt überall Quellen (Forschungsergebnisse, Videos, technische Pläne), aber in zwei wichtigen Ländern – der Wissenschaftskommunikation (wo Forscher die Öffentlichkeit informieren) und der Luft- und Raumfahrttechnik (wo Ingenieure Flugzeuge bauen) – fließt dieses Wasser nicht in Kanälen. Es steht in tausend kleinen, isolierten Pfützen.

Jeder hat seine eigene Pfütze, aber niemand kann das Wasser der anderen nutzen. Das ist das Problem, das Tim Wittenborg in seiner Doktorarbeit angeht. Er möchte aus diesen Pfützen eine riesige, gut vernetzte Wissens-Autobahn bauen. Diese Autobahn nennt er „Wissensinfrastruktur".

1. Das Problem: Die verwaisten Inseln

  • In der Wissenschaftskommunikation: Es gibt tausende tolle Videos und Podcasts über Wissenschaft. Aber sie liegen verstreut auf verschiedenen Servern. Wenn du nach einem bestimmten Thema suchst, ist es wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Die Daten sind nicht „FAIR" (das ist ein Fachbegriff, der bedeutet: leicht zu finden, zugänglich, kompatibel und wiederverwendbar).
  • In der Luft- und Raumfahrt: Ingenieure arbeiten an extrem komplexen Maschinen. Oft suchen sie stundenlang nach Lösungen, die ein Kollege vor fünf Jahren schon gefunden hat. Warum? Weil die Daten in geschützten, inkompatiblen Systemen stecken. Niemand traut sich, sie zu teilen, aus Angst vor Geheimhaltung oder wegen zu strenger Regeln.

2. Die Lösung: Ein Bauplan mit drei Werkzeugen

Tim Wittenborg sagt: „Wir brauchen keine neuen Erfindungen, sondern wir müssen die vorhandenen Werkzeuge clever zusammenbauen." Er nutzt drei Hauptwerkzeuge, um diese Autobahn zu bauen:

  • Werkzeug 1: Der intelligente Assistent (KI im Loop)
    Stell dir vor, du hast einen Berg an Papieren und Videos. Ein Roboter (Künstliche Intelligenz) liest sie durch und sortiert sie. Aber der Roboter ist nicht perfekt. Deshalb kommt ein Mensch ins Spiel: Der Roboter macht den ersten Entwurf, und ein Experte prüft: „Ja, das ist richtig!" oder „Nein, das ist Quatsch." Das nennt man „Human-in-the-Loop". So wird das Wissen schnell und trotzdem sicher.
  • Werkzeug 2: Die digitale Bibliothek (Wiki & Wissensgraph)
    Statt dass jeder sein Wissen in einem eigenen Schrank aufbewahrt, bauen sie ein riesiges, gemeinsames Regal. Das ist wie Wikipedia, aber für Fachleute. Jedes Video, jeder Ingenieursplan und jeder Podcast wird dort mit einem digitalen Etikett versehen, damit man es sofort findet.
  • Werkzeug 3: Der flexible Bauplan (Workflow-Automatisierung)
    Er hat ein System entwickelt (genannt SWARM-SLR), das wie ein Baukasten funktioniert. Es nimmt Daten auf, verarbeitet sie und legt sie ordentlich ab. Ob es nun um wissenschaftliche Texte oder um Videos geht – der Prozess läuft ähnlich ab.

3. Die Ergebnisse: Ein erster Schritt

Tim hat bereits Prototypen gebaut:

  • Für Ingenieure: Ein System, das hilft, alte Ingenieursdaten wiederzufinden und zu nutzen, ohne gegen Sicherheitsregeln zu verstoßen.
  • Für Wissenschafts-Verbreiter: Eine „SciCom Wiki", wo man Videos und Podcasts nicht nur anschauen, sondern auch nach spezifischen Fakten durchsuchen kann.
  • Der Fakten-Checker: Ein kleines Programm, das prüft, ob Aussagen in einem Wissenschafts-Video stimmen, indem es sie mit einer riesigen Datenbank abgleicht.

4. Die Hürden: Warum ist das noch nicht fertig?

Obwohl die Technik funktioniert, gibt es noch große Steine im Weg:

  • Gesetze und Ängste: In der Luft- und Raumfahrt herrschen strenge Geheimhaltungsregeln. Man muss Wege finden, wie man Wissen teilt, ohne dass Spione zuschauen können.
  • Die menschliche Natur: Menschen sind oft faul oder skeptisch. Sie wollen ihre Daten nicht einfach so in ein gemeinsames Regal werfen. Man muss sie motivieren.
  • Die Qualität: Wenn alle Daten in einem System sind, muss sichergestellt sein, dass sie auch wirklich stimmen.

🎯 Das Fazit in einem Satz

Tim Wittenborg zeigt, wie wir aus tausenden verstreuten Wissens-Schnipseln eine funktionierende Autobahn bauen können, indem wir Roboter zur Hilfe holen, Menschen als Prüfer einsetzen und gemeinsame digitale Regale bauen – auch wenn wir noch gegen alte Gesetze und menschliche Vorbehalte kämpfen müssen.

Es ist wie der Versuch, aus vielen kleinen, einsamen Dörfern eine große, vernetzte Stadt zu machen, in der jeder das Wissen des anderen nutzen kann, um gemeinsam schneller und besser zu werden.