Measuring onion website discovery and Tor users' interests with honeypots

Diese Studie nutzt Honeypot-Onion-Websites, die über verschiedene Kanäle verbreitet wurden, um nachzuweisen, dass menschliche Nutzer fast ausschließlich über die Ahmia-Suchmaschine entdeckt werden und dass englischsprachige, mit CSAM-Thematik versehene Seiten im Vergleich zu anderen illegalen Kategorien die höchste Interaktionsrate aufweisen.

Arttu Paju, Waris Abdullah, Juha Nurmi

Veröffentlicht Wed, 11 Ma
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Hier ist eine einfache und bildhafte Erklärung der Studie, als würde man sie einem Freund am Kaffeehaustisch erzählen:

Das große Experiment: Wer sucht was im dunklen Internet?

Stellen Sie sich das Tor-Netzwerk (das „dunkle Internet") wie eine riesige, unsichtbare Bibliothek vor, in der es keine Bibliothekare gibt und die Regale aus Schatten bestehen. Niemand weiß genau, welche Bücher (Webseiten) dort stehen oder wer sie sich ausleiht. Bisher haben Forscher versucht, diese Bibliothek zu durchsuchen, indem sie einfach alle Regale abgelaufen sind (Crawling). Aber das sagt ihnen nicht, was die Menschen wirklich wollen.

Die Forscher aus Tampere (Finnland) haben einen cleveren Trick angewendet: Sie haben Lockvogel-Websites (Honeypots) gebaut.

1. Die Köder: Falsche Foren für echte Neugier

Die Forscher bauten acht verschiedene „Foren", die so aussahen, als wären sie Orte für illegale Aktivitäten:

  • Eines für gestohlene Waren
  • Eines für illegale Waffen
  • Eines für Drogen
  • Eines für Gewalt
  • Und eines für Missbrauch von Kindern (CSAM) – das ist der schwerwiegendste und gefährlichste Bereich.
  • Plus ein paar weitere Kategorien und eine „unklare" Seite als Vergleich.

Der Clou: Diese Seiten waren Fälschungen. Es gab keine echten illegalen Inhalte. Stattdessen warteten sie darauf, dass jemand hereinkommt. Um zu beweisen, dass es sich um einen echten Menschen und nicht um einen Roboter handelt, mussten Besucher ein CAPTCHA lösen (so ein Bild mit verwackelten Buchstaben, das man eingeben muss).

2. Die Verteilung: Woher kommen die Besucher?

Die Forscher haben Links zu diesen Lockvogel-Seiten an drei verschiedenen Orten platziert, um zu sehen, wie die Leute dorthin finden:

  1. Ahmia: Ein Suchmaschinen-Index für das dunkle Internet (wie Google für Tor).
  2. Pastebin & Stronghold: Webseiten, auf denen Leute Textstücke (Pastes) hochladen und Links teilen.

Das Ergebnis der Entdeckung:
Es war wie ein riesiger Unterschied zwischen einem belebten Marktplatz und einer leeren Gasse.

  • Fast alle echten Menschen kamen von der Suchmaschine Ahmia.
  • Die Links auf Pastebin und Stronghold wurden zwar angeklickt, aber fast nur von Robots und Bots. Echte Menschen interessierten sich dort kaum dafür.
  • Wichtig: Sobald die Forscher die Links bei Ahmia entfernt haben, war die Seite sofort wieder verlassen. Kein einziger Mensch kam mehr vorbei. Das zeigt: Die Suchmaschine ist das Haupttor für die Nutzer.

3. Was wollen die Leute wirklich? (Die Überraschung)

Hier kommt die eigentliche Sensation der Studie. Man könnte denken, dass Leute im dunklen Internet hauptsächlich nach Drogen oder gestohlenen Kreditkarten suchen. Aber die Daten sagten etwas ganz anderes:

  • Der Gewinner: Die Lockvogel-Seite zum Thema Missbrauch von Kindern (CSAM) zog bei weitem die meisten Besucher an. Noch mehr als doppelt so viele, wie die Seite für Gewalt.
  • Der Verlierer: Die Seite für Drogen war überraschend unbeliebt. Nur sehr wenige Leute versuchten, sich dort anzumelden.

Warum ist das so?
Die Forscher vermuten, dass die Leute, die über eine Suchmaschine (Ahmia) kommen, oft weniger erfahren sind. Sie tippen Begriffe ein und klicken auf das Erste, was sie sehen. Erfahrene Kriminelle, die Drogen kaufen wollen, kennen ihre speziellen Marktplätze wahrscheinlich schon auswendig und suchen sie nicht über eine allgemeine Suchmaschine. Die „Suchmaschinen-Nutzer" hingegen landen eher bei den Inhalten, die ihnen zuerst angezeigt werden – und das waren leider oft die schlimmsten.

4. Die Sprache: Englisch ist König

Die Forscher boten die gleichen Seiten in vier Sprachen an: Englisch, Deutsch, Finnisch und Russisch.

  • Englisch war mit Abstand die beliebteste Sprache.
  • Überraschenderweise war Finnisch beliebter als Russisch. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Suchmaschine Ahmia aus Finnland kommt und dort viele finnische Nutzer hat.
  • Russisch, obwohl weltweit weit verbreitet, hatte die wenigsten Besucher in dieser Studie.

Die große Moral der Geschichte

Stellen Sie sich das wie einen Test vor, bei dem man herausfindet, welche Art von Schokolade Kinder am liebsten essen, indem man sie in einem Schulhof verteilt.

  • Die Studie zeigt uns: Wenn Kinder (Nutzer) über den Hauptweg (Suchmaschine) hereinkommen, greifen sie am häufigsten nach der „schlechtesten" Schokolade (Missbrauchsinhalte), weil sie einfach dort liegen.
  • Die „Drogen-Schokolade" liegt zwar auch da, aber die echten Kenner holen sie sich woanders, nicht über den Hauptweg.

Fazit:
Die Studie ist wie ein Spiegel, der zeigt, was passiert, wenn man das dunkle Internet über eine normale Suchmaschine betritt. Sie beweist, dass die meisten echten Interaktionen von Menschen kommen, die über Ahmia suchen, und dass diese Nutzer leider einen sehr starken Fokus auf extrem schädliche Inhalte haben, während der Handel mit Drogen in diesem spezifischen Kanal kaum eine Rolle spielt.

Die Forscher betonen dabei, dass sie keine echten illegalen Inhalte verbreitet haben, sondern nur die Neugier und das Verhalten der Nutzer gemessen haben, um besser zu verstehen, wie das System funktioniert.