Probing the Planck scale with quantum computation

Der Artikel argumentiert, dass kommerzielle Quantencomputer mit etwa 500 bis 1600 logischen Qubits bald in der Lage sein könnten, die Inkompatibilität von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantenmechanik am Planck-Maßstab experimentell zu testen, indem sie die klassische Grenze von einem Operation pro Planck-Volumen-Zeit überschreiten.

Boaz Katz, Shlomi Kotler

Veröffentlicht 2026-04-09
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Stellen Sie sich vor, das Universum ist ein riesiges, komplexes Computerspiel. Die Frage, die sich die Wissenschaftler Boaz Katz und Shlomi Kotler stellen, lautet: Ist dieser Computer aus „echtem" Material gebaut (wie unsere klassische Physik es beschreibt) oder ist er eine Art Illusion, die nur durch die seltsamen Regeln der Quantenmechanik funktioniert?

Das Problem ist, dass unsere zwei besten Theorien – die Allgemeine Relativitätstheorie (für große Dinge wie Sterne) und die Quantenmechanik (für winzige Dinge wie Atome) – sich nicht verstehen. Sie prallen an einer unsichtbaren Grenze aufeinander, der sogenannten Planck-Skala. Das ist eine Größe, die so winzig ist, dass man sich das kaum vorstellen kann: Ein Planck-Länge ist wie ein Sandkorn im Vergleich zum gesamten sichtbaren Universum.

Bisher konnten wir diese Grenze nicht erreichen. Teilchenbeschleuniger wie der LHC sind zu schwach, um so kleine Dinge zu „sehen".

Hier kommt der Quantencomputer ins Spiel, und zwar als neuer Held in diesem Drama.

Die Idee: Ein Computer, der schneller ist als das Universum selbst

Stellen Sie sich einen normalen Computer vor. Er rechnet Schritt für Schritt. Ein Quantencomputer hingegen kann viele Schritte gleichzeitig machen. Die Autoren sagen: Wenn wir einen Quantencomputer bauen, der groß und schnell genug ist, dann führt er so viele Rechenoperationen pro Sekunde und pro Kubikmeter durch, dass er die „Geschwindigkeitsbegrenzung" des Universums bricht.

Um das zu verstehen, nutzen wir eine Analogie:

  • Der klassische Computer ist wie ein einzelner Arbeiter in einer Fabrik. Er kann nur eine Aufgabe nach der anderen erledigen.
  • Der Quantencomputer ist wie eine Armee von Millionen von Arbeitern, die alle gleichzeitig an verschiedenen Teilen des Produkts schrauben.

Die Autoren berechnen, wie viele dieser „Arbeiter" (sie nennen sie logische Qubits) wir brauchen, um die Grenze zu erreichen, an der die klassische Physik versagen müsste.

Die drei Stufen des Tests

Die Forscher haben drei Szenarien durchgespielt, um zu sehen, wie viel Leistung nötig ist:

  1. Der Labor-Test (ca. 500 Qubits):
    Stellen Sie sich vor, wir bauen einen riesigen Rechner in einem normalen Laborgebäude. Wenn dieser Computer etwa 500 logische Qubits hat, reicht das aus, um Theorien auszuschließen, die besagen, das Universum sei nur ein einfacher, klassischer Computer, der in diesem Labor läuft. Es wäre wie ein Beweis, dass die Fabrik nicht nur aus einem einzigen Raum besteht.

  2. Der vernetzte Labor-Test (ca. 1050 Qubits):
    Was, wenn der Computer nicht nur in einem Raum ist, sondern alle Teile des Labors perfekt miteinander verbunden sind? Jeder Rechen-Schritt nutzt Informationen von allen vorherigen Schritten im gesamten Lichtkegel des Labors. Dafür bräuchten wir etwa 1050 Qubits.

  3. Der Universum-Test (ca. 1600 Qubits):
    Das ist das verrückteste Szenario. Was, wenn der Computer nicht nur das Labor, sondern das gesamte Universum seit dem Urknall nutzt? Jeder Rechen-Schritt würde Informationen von jedem anderen Ereignis in der Geschichte des Universums einbeziehen, das jemals mit ihm verbunden war.
    Um diese ultimative Grenze zu testen, bräuchten wir einen Computer mit etwa 1600 logischen Qubits.

Warum ist das jetzt wichtig?

Hier wird es spannend: Die Industrie plant gerade Quantencomputer, die genau in diesem Bereich operieren sollen. Warum? Um die RSA-Verschlüsselung zu knacken (die Sicherheit von Bankdaten und Internet). Um das zu tun, braucht man einen Computer mit etwa 2000 Qubits (um den RSA-2048-Code zu brechen).

Das bedeutet:

  • Wenn wir in den nächsten Jahren einen Computer bauen, der RSA knacken kann, dann haben wir unbeabsichtigt einen Test für die tiefsten Geheimnisse der Physik durchgeführt.
  • Wenn dieser Computer funktioniert, beweist er, dass die Quantenmechanik wirklich so mächtig ist, wie wir denken, und dass das Universum nicht auf einer klassischen, „langsamen" Ebene funktioniert.
  • Wenn der Computer nicht funktioniert (und es keine technischen Fehler gibt), könnte das ein Zeichen dafür sein, dass die Quantenmechanik an der Planck-Skala ihre Grenzen findet und die klassische Physik doch noch recht hat.

Fazit in einem Satz

Die Autoren sagen im Grunde: „Wenn wir in naher Zukunft einen Computer bauen, der unsere Bankdaten sicher knackt, testen wir damit gleichzeitig, ob das Universum aus Quanten-Teppichen oder aus klassischen Lego-Steinen besteht."

Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie eine Technologie, die wir für Geld und Sicherheit entwickeln, uns vielleicht zufällig die Antwort auf die Frage nach der Natur der Realität selbst liefern wird.

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