Die Neurowissenschaften erkunden das komplexeste Organ im menschlichen Körper: das Gehirn. Dieser Bereich beleuchtet, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie unser Bewusstsein entsteht und welche Mechanismen neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen. Von der molekularen Ebene bis zum Verhalten reicht das Spektrum dieser Forschung, die täglich neue Einblicke in die Funktionsweise unseres Denkens liefert.

Auf Gist.Science stellen wir Ihnen die neuesten Vorveröffentlichungen aus bioRxiv vor, die sich direkt mit diesen spannenden Fragestellungen befassen. Unser Team verarbeitet jeden neuen Preprint in dieser Kategorie und bietet Ihnen sowohl verständliche Zusammenfassungen für ein breites Publikum als auch detaillierte technische Analysen für Fachleute. So bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Forschung, ohne in unwegsames Fachvokabular zu geraten.

Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Neurowissenschaften, die wir für Sie aufbereitet haben.

Feedforward computational models of vision do not explain expert neural processing of visual Braille in the human visual system

Die Studie zeigt, dass rein feedforward-basierte neuronale Netze die spezialisierte neuronale Verarbeitung von visuellem Braille durch menschliche Experten nicht vollständig erklären können, da diese Modelle im Gegensatz zum menschlichen Gehirn keine Konvergenz linguistischer Kategorien aufweisen und somit zusätzliche interaktive Mechanismen zwischen visuellen und sprachlichen Systemen notwendig sind.

Cerpelloni, F., Collignon, O., Op de Beeck, H.2026-04-16🧠 neuroscience

Neural mechanism of postural sway-related beta-band oscillations: a cortico-basal ganglia-thalamic network model of intermittent control

Die Studie zeigt mittels eines spiking neural network-Modells, dass die für die Körperhaltung charakteristischen Beta-Oszillationen im EEG spezifisch durch eine intermittierende motorische Kontrolle im cortico-basalganglien-thalamischen Netzwerk entstehen, bei der sensorisches Feedback und die subthalamische Kernaktivität entscheidend für die Generierung dieser rhythmischen Muster sind.

Tsugaya, S., Nakamura, A., Nomura, T.2026-04-16🧠 neuroscience

A Neurofeedback therapy of facial expression recognition in Autism shifts connectivity to higher levels within the third visual pathway in relation to clinical improvements

Die Studie zeigt, dass eine Neurofeedback-Therapie bei Autismus die funktionelle Konnektivität im dritten visuellen Pfad von niederen zu höheren visuellen Arealen verschiebt und diese Netzwerk-Reorganisation positiv mit klinischen Verbesserungen korreliert.

Direito, B., Sayal, A., Mouga, S., Castelo-Branco, M.2026-04-16🧠 neuroscience

Reinforcement learning for closed-loop optimisation of spatiotemporal stimulation in patterned neuronal networks

Die Studie stellt ein kostengünstiges, open-source Reinforcement-Learning-System vor, das in Echtzeit geschlossene Regelkreise mit mikrofluidisch strukturierten neuronalen Netzwerken auf Mikroelektroden-Arrays nutzt, um durch systematische Exploration von Stimulationsmustern spezifische Aktivitätsmuster zu erzeugen und dabei die Abhängigkeit der neuronalen Antworten von der Stimulationshistorie zu charakterisieren.

Maurer, B., Vasiliauskaite, V., Hengsteler, J., Cathomen, G., Ruff, T., Schmid, C., Vörös, J., Ihle, S. J.2026-04-16🧠 neuroscience

Resting-state EEG alpha-BOLD coupling spatially follows cortical cell-type and receptor gradients

Die Studie zeigt, dass die räumliche Verteilung der Kopplung zwischen EEG-Alpha- und BOLD-Signalen im Ruhezustand signifikant mit Genexpressionsprofilen spezifischer Zelltypen (VIP-Interneurone der Schicht 6, exzitatorische Neurone der Schicht 5) und des NMDA-Rezeptorsubunits GRIN2C korreliert, was diese als neurobiologische Grundlagen für zukünftige Untersuchungen identifiziert.

Jiricek, S., Chien, V. S. C., Schmidt, H., Koudelka, V., Marecek, R., Mantini, D., Hlinka, J.2026-04-16🧠 neuroscience

High neuron-microglia interaction at the node of Ranvier predicts recovery in an inflammatory model of Multiple Sclerosis

Die Studie zeigt, dass verstärkte Interaktionen zwischen Mikroglia und den Ranvier-Schnürringen im Rahmen einer entzündlichen Multiplen Sklerose durch Th2-Zytokine und Bewegung gefördert werden und als Schlüsselmechanismus für die Remyelinisierung sowie die funktionelle Erholung dienen.

Pantazou, V., Dorcet, G., Roux, T., Aigrot, M. S., Perrot, C., Mathias, A., Canales, M., Lejeune, F.-X., Stankoff, B., Du Pasquier, R., Lubetzki, C., Desmazieres, A.2026-04-16🧠 neuroscience

Causal modulation of cortical amplitude coupling through dual-site amplitude-modulated tACS

Diese Studie zeigt, dass eine duale, amplitudenmodulierte transkranielle Wechselstromstimulation (AM-tACS) kausal und selektiv die Kopplung der Amplitudenschwankungen zwischen den parieto-okzipitalen Kortexarealen beider Hemisphären modulieren kann, wobei inkohärente Stimulation diese Kopplung signifikant reduziert.

Fiene, M., Siems, M., Kammerer, T., Schneider, T. R., Engel, A. K.2026-04-16🧠 neuroscience

Temporal Profiling of Upper-Layer Neurons Reveals Changes in the Molecular Landscape Upon Maternal Immune Activation

Diese Studie nutzt eine integrierte Multi-Omics-Analyse, um die molekulare Entwicklung oberflächlicher kortikaler Neuronen zu kartieren und zeigt, dass mütterliche Immunaktivierung diesen Prozess durch post-transkriptionelle Regulation und Wnt-Signalwege stört, was zu Defekten in der neuronalen Positionierung führt.

Ruecker, T., Schwanke, B., Reumann, K., Bluemke, P., Nakel, J., Indenbirken, D., Guenther, T., Mair, T., Siebels, B., Nissen, P., Mueller, K., Richter, M., Hoffmeister-Ullerich, S., Stanelle-Bertram (…)2026-04-16🧠 neuroscience