Die Neurowissenschaften erkunden das komplexeste Organ im menschlichen Körper: das Gehirn. Dieser Bereich beleuchtet, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie unser Bewusstsein entsteht und welche Mechanismen neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen. Von der molekularen Ebene bis zum Verhalten reicht das Spektrum dieser Forschung, die täglich neue Einblicke in die Funktionsweise unseres Denkens liefert.

Auf Gist.Science stellen wir Ihnen die neuesten Vorveröffentlichungen aus bioRxiv vor, die sich direkt mit diesen spannenden Fragestellungen befassen. Unser Team verarbeitet jeden neuen Preprint in dieser Kategorie und bietet Ihnen sowohl verständliche Zusammenfassungen für ein breites Publikum als auch detaillierte technische Analysen für Fachleute. So bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Forschung, ohne in unwegsames Fachvokabular zu geraten.

Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Neurowissenschaften, die wir für Sie aufbereitet haben.

Brain-wide Activity Mapping Reveals the Somatosensory Cortex as a Sex-Specific Regulator of High-Fat Diet Intake

Diese Studie identifiziert den somatosensorischen Kortex als geschlechtsspezifischen Regulator der Aufnahme von fettreicher Nahrung, wobei eine Hemmung dieses Areals bei männlichen Mäusen und eine Aktivierung bei weiblichen Mäusen die Kalorienaufnahme beeinflusst, was zeigt, dass ähnliche Verhaltensweisen auf unterschiedlichen neuronalen Schaltkreisen basieren.

Carter, C. A., Weaver, M. T., Pudipeddi, S. S., Llorach, P., Walsh, J. j., Christoffel, D.2026-03-27🧠 neuroscience

Assessing Brain-Behaviour Coupling in Non-invasive Brain Stimulation Using Reliable Change Indices: Evidence from pre-Supplementary Motor Area - right Inferior Frontal Gyrus transcranial Alternating Current Stimulation

Eine gepoolte Analyse von drei Studien mit insgesamt 69 Teilnehmern ergab mittels zuverlässiger Veränderungsindizes keine signifikante Kopplung zwischen tACS-induzierten Änderungen der preSMA-rIFG-Konnektivität und der Inhibitionsleistung, was auf methodische Stärken der verwendeten Statistik hinweist, aber keine systematische individuelle Gehirn-Verhaltens-Beziehung bei diesem Ansatz belegt.

Fujiyama, H., Wansbrough, K., Lebihan, B., Tan, J., Levin, O., Mathersul, D. C., Tang, A. D.2026-03-27🧠 neuroscience

The role of cognitivo-motor interaction in landmark reliance and navigational deficits in older adults

Die Studie zeigt, dass altersbedingte Gangveränderungen und die daraus resultierende veränderte kognitiv-motorische Interaktion eine zentrale Rolle bei Navigationsdefiziten und einer ineffizienteren Landmarken-Nutzung bei älteren Erwachsenen spielen, wodurch die traditionelle Trennung zwischen motorischen und kognitiven Domänen infrage gestellt wird.

Naveilhan, C., Sicard, M., Zory, R., Gramann, K., Ramanoel, S.2026-03-27🧠 neuroscience

Frontal theta phase modulates asymmetric posterior neural mechanisms of spatial attention

Die Studie zeigt, dass der intrinsische fronto-zentrale Theta-Phasenverlauf die Asymmetrie der neuronalen Mechanismen der räumlichen Aufmerksamkeit beim Menschen steuert, indem er bei linksgerichteter Aufmerksamkeit mit posteriorer Alpha-Aktivität gekoppelt ist, während bei rechtsgerichteter Aufmerksamkeit eine direkte Modulation der sensorischen Verstärkung (P1-Amplitude) ohne solche posterior-Theta-Kopplung erfolgt.

Darrell, M., Vanneau, T., Brittenham, C., Foxe, J. J., Molholm, S. J.2026-03-27🧠 neuroscience

Motor Cortical Computations Underlying Natural Dexterous Movement in Freely Flying Bats

Diese Studie zeigt durch groß angelegte drahtlose Aufnahmen von fliegenden Fledermäusen, dass der motorische Kortex während komplexer, natürlicher Bewegungen in einem hochdimensionalen Rechenregime operiert, bei dem einzelne Neuronen spärlich und präzise mit spezifischen Flugkinematiken gekoppelt sind, was etablierte Vorstellungen über motorische Berechnungen herausfordert.

Styr, B., Qi, K., Chen, X., Liberti, W., Yartsev, M.2026-03-27🧠 neuroscience

State- and Identity-Dependent Motor Neuron Excitability Shapes Cutaneous Long-Latency Reflexes

Die Studie zeigt, dass die Erregbarkeit einzelner motorischer Einheiten bei kutanen Langlatenzreflexen sowohl vom Kontraktionszustand als auch von der Identität der Motoneurone abhängt und dass eine hohe Anzahl an Reizpulsen für zuverlässige Messungen sowie für das Verständnis der komplexen post-exzitatorischen Depression essenziell ist.

Finck, Y., Soteropoulos, D. S., Del Vecchio, A.2026-03-27🧠 neuroscience

Cross-disease genetic and epigenetic architecture of the MOBP locus shows convergence in ALS-PSP

Die Studie zeigt, dass genetische Varianten am MOBP-Locus über eine spezifische DNA-Methylierung (cg15069948) ein gemeinsames Risiko für ALS und PSP darstellen, während die zugrundeliegenden Regulationsmechanismen bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen wie MSA unterschiedlich sind.

Fodder, K., Murthy, M., de Silva, R., Raj, T., Farrell, K., Humphrey, J., Bettencourt, C.2026-03-27🧠 neuroscience

Glial cell and perineuronal net interactions in the dorsal striatum of aged mice

Diese Studie untersucht im dorsalen Striatum alternder Mäuse, wie trotz einer proinflammatorischen Umgebung und erhöhter Mikroglia-Aktivität die Homöostase der perineuronalen Netze weitgehend erhalten bleibt, und analysiert dabei die räumliche Beziehung zwischen Phagozytose und diesen Netzen unter Berücksichtigung möglicher Beiträge von Astrozyten.

Colon, Z. A., Gamboa, A., Litwiler, S., Maguire-Zeiss, K. A.2026-03-27🧠 neuroscience