Die Neurowissenschaften erkunden das komplexeste Organ im menschlichen Körper: das Gehirn. Dieser Bereich beleuchtet, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie unser Bewusstsein entsteht und welche Mechanismen neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen. Von der molekularen Ebene bis zum Verhalten reicht das Spektrum dieser Forschung, die täglich neue Einblicke in die Funktionsweise unseres Denkens liefert.

Auf Gist.Science stellen wir Ihnen die neuesten Vorveröffentlichungen aus bioRxiv vor, die sich direkt mit diesen spannenden Fragestellungen befassen. Unser Team verarbeitet jeden neuen Preprint in dieser Kategorie und bietet Ihnen sowohl verständliche Zusammenfassungen für ein breites Publikum als auch detaillierte technische Analysen für Fachleute. So bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Forschung, ohne in unwegsames Fachvokabular zu geraten.

Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Neurowissenschaften, die wir für Sie aufbereitet haben.

Machine-Learning-Based spike marking in signal and source space EEG from a patient with focal epilepsy

Diese Studie zeigt, dass künstliche neuronale Netze, die auf Merkmalsextraktion basieren, Interiktale Epileptiforme Entladungen (IEDs) in EEG-Daten sowohl im Signal- als auch im Quellraum mit hoher Genauigkeit klassifizieren können und dabei die Leistung menschlicher Experten erreichen, was ihren potenziellen Einsatz als Unterstützungswerkzeug in der klinischen Epilepsiediagnostik unterstreicht.

Jafarova, L., Yesilbas, D., Kellinghaus, C., Möddel, G., Kovac, S., Rampp, S., Czernochowski, D., Sager, S., Güven, A., Batbat, T., Wolters, C. H.2026-03-10🧠 neuroscience

Transient focal inactivation of the primary visual cortex abolishes saccadic inhibition

Die Studie zeigt, dass eine vorübergehende lokale Inaktivierung des primären visuellen Kortex die sakkadische Inhibition aufhebt, was die überragende Rolle des genikulostriären visuellen Pfades bei diesem reflexartigen Verhalten belegt und die Bedeutung alternativer, paralleler Signalwege relativiert.

Malevich, T., Yu, Y., Baumann, M. P., Yu, X., Zhang, T., Yoshida, M., Isa, T., Hafed, Z. M.2026-03-10🧠 neuroscience

Light on Broken Networks: Resting-State fNIRS as a Tool for Connectivity Mapping

Die Studie zeigt, dass die funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) im Ruhezustand wesentliche Merkmale der großräumigen funktionellen Konnektivität und Netzwerkindentität, die typischerweise mit fMRI erfasst werden, zuverlässig abbilden kann, wobei partielle Korrelationen zwar die Übereinstimmung auf Kanten-Ebene verbessern, aber die Wiederherstellung von Knoten- und Modulstrukturen beeinträchtigen.

kotsogiannis, F., Lührs, M., Rutten, G.-J. M., Reid, A. T., Deprez, S., Lambrecht, M., De Baene, W., Sleurs, C.2026-03-10🧠 neuroscience

Stiefel Manifold Dynamical Systems for Tracking Representational Drift

Die Studie stellt das Stiefel-Mannigfaltigkeits-Dynamische-System (SMDS) vor, ein neues Modell, das durch die Einbeziehung von orthonormalen, sich über Versuche hinweg langsam verändernden Emissionsmatrizen den Repräsentationsdrift in neuronalen Daten genauer erfasst als herkömmliche lineare dynamische Systeme.

Lee, H. D., Jha, A., Clarke, S. E., Silvernagel, M. P., Nuyujukian, P., Linderman, S. W.2026-03-10🧠 neuroscience

Atypical cortical encoding of the low-frequency temporal dynamics of natural speech identifies children with Developmental Language Disorder

Die Studie zeigt, dass bei Kindern mit einer Entwicklungsstörung der Sprache (DLD) eine atypische, durch Delta-Theta-Phasen-Amplituden-Kopplung gekennzeichnete kortikale Verarbeitung natürlicher Sprache vorliegt, die sich mittels EEG und räumlicher Musteranalyse von der bei typisch entwickelten Kindern unterscheiden lässt.

Zheng, X., Araujo, J., Keshavarzi, M., Feltham, G., Richards, S., Parvez, L., Goswami, U.2026-03-10🧠 neuroscience

Neuronal Population Effects of Ketamine on Human Brain Organoids

Die Studie zeigt, dass Ketamin in menschlichen Gehirnorganoiden akute Netzwerkbursts durch die funktionelle Entkopplung von „Rückgrat"-Neuronen unterdrückt, während chronische Exposition zu einer Toleranz gegenüber dieser Unterdrückung führt, gleichzeitig jedoch die Anzahl der Rückgrat-Einheiten reduziert und die Netzwerkkonnektivität dauerhaft verringert.

Nikitina, A. A., Bustamante, C., Gifford, R., Camargo, C. M., Mejia-Cupajita, B., Kosik, K. S.2026-03-10🧠 neuroscience