Die Neurowissenschaften erkunden das komplexeste Organ im menschlichen Körper: das Gehirn. Dieser Bereich beleuchtet, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie unser Bewusstsein entsteht und welche Mechanismen neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen. Von der molekularen Ebene bis zum Verhalten reicht das Spektrum dieser Forschung, die täglich neue Einblicke in die Funktionsweise unseres Denkens liefert.

Auf Gist.Science stellen wir Ihnen die neuesten Vorveröffentlichungen aus bioRxiv vor, die sich direkt mit diesen spannenden Fragestellungen befassen. Unser Team verarbeitet jeden neuen Preprint in dieser Kategorie und bietet Ihnen sowohl verständliche Zusammenfassungen für ein breites Publikum als auch detaillierte technische Analysen für Fachleute. So bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Forschung, ohne in unwegsames Fachvokabular zu geraten.

Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Neurowissenschaften, die wir für Sie aufbereitet haben.

Tracing the neural trajectories of evidence accumulation and motor preparation processes during voluntary decisions

Die Studie zeigt, dass freiwillige Entscheidungen wie wahrgenommene Entscheidungen durch einen gestuften Akkumulationsprozess entstehen, der durch die centro-parietale Positivität (CPP) als Entscheidungsvariable und Mu/Beta-Amplituden als motorische Bereitschaft gekennzeichnet ist, während der readiness potential eher eine späte motorische Gate-Funktion erfüllt.

Fong, L. C., Garrett, P. M., Smith, P. L., Hester, R., Bode, S., Feuerriegel, D.2026-02-26🧠 neuroscience

Maintaining performance under pain is effortful: experimental and computational evidence

Die Studie zeigt, dass Probanden ihre Leistung trotz Schmerzreizen in kognitiven und motorischen Aufgaben aufrechterhalten können, indem sie ihre Anstrengung erhöhen, was durch eine computergestützte Modellierung bestätigt wird, die subjektive Schmerzwahrnehmung als besseren Prädiktor für die wahrgenommene Anstrengung identifiziert als die tatsächliche Reiztemperatur.

Thomas, M., Monti, I., Marcotte, M., Baudry, S., Roy, M., Rainville, P., Pageaux, B.2026-02-26🧠 neuroscience

Assessing the impact of mono- and bi-allelic deletions in NRXN1 on synaptic function

Diese Studie zeigt, dass NRXN1 dosisabhängig wirkt, wobei bi-allelische Deletionen im Vergleich zu mono-allelischen Mutationen deutlich schwerwiegere molekulare, synaptische und funktionelle Defizite in menschlichen Neuronen hervorrufen.

Massrali, A., Paul, A., Matuleviciute, R., Gatford, N. J., Dutan-Polit, L., Kedia, S., Rahman, S., Srivastava, D. P., Kotter, M., Adhya, D., Baron-Cohen, S.2026-02-26🧠 neuroscience

Neural Control of Autonomic Arousal During Threat Anticipation Revealed by High-Resolution Cardiac Contractility

Die Studie zeigt, dass die mittels TREV gemessene Herzkontraktilität im Vergleich zur Hautleitfähigkeit ein zeitlich hochauflösendes physiologisches Signal darstellt, das die sympathische Aktivierung während der Bedrohungsantizipation direkt mit der neuronalen Aktivität in spezifischen Hirnregionen, dem subjektiven emotionalen Erleben und schnelleren motorischen Reaktionen verknüpft.

Stasiak, J. E., Wang, J., Dundon, N. M., Rizor, E. J., Barandon, P. L., Villanueva, C. M., Babenko, V., Li, T. L., Sabugo, K. M., Grafton, S. T., Lapate, R. C.2026-02-26🧠 neuroscience

Loss of Brg1 promotes seizure development via GABAergic system disruption

Die Studie zeigt, dass der Verlust der Chromatin-Remodellierungsfunktion von Brg1 bei Zebrafischen zu epileptischen Anfällen führt, indem sie das GABAergische System stört und die inhibitorische Neurotransmission beeinträchtigt, was durch eine Behandlung mit aktivem Vitamin B6 gemildert werden kann.

Pagano, R., Abu Nahia, K., Decleve, A., Stadnik, D., Zmorzynska, J., Serwa, R., Copmans, D., Jaworski, J.2026-02-26🧠 neuroscience

Baseline cognitive abilities shape the effects of tDCS, tACS, and otDCS on object-location memory

In einer sham-kontrollierten Studie mit 42 Teilnehmern zeigte sich, dass die Wirkung von transkranieller elektrischer Stimulation (tDCS, tACS und otDCS) auf das Objekt-Ort-Gedächtnis nicht nur vom Stimulationsprotokoll abhängt, sondern stark durch die individuelle kognitive Basisleistung moderiert wird, wobei schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit die Effekte verstärkt, während geringere Fähigkeiten in Bereichen wie dem mnemonischen Binden oder figuralen Schlussfolgern kompensatorisch zu größeren Verbesserungen führen.

Bjekic, J., Zivanovic, M., Miniussi, C., Filipovic, S.2026-02-26🧠 neuroscience

Optimizing the multivariate temporal response function(mTRF) framework for better identification of neural responses to partially dependent speech variables

Die Studie optimiert das multivariate temporale Antwortfunktionen-Modell (mTRF) durch die Einführung einer zyklischen Permutation sowie verbesserter Vorverarbeitungsschritte, um die neuralen Reaktionen auf teilweise abhängige akustische und phonetische Sprachmerkmale in EEG-Daten präziser zu isolieren.

Dapper, K., Hollywood, S., Dool, T., Butler, B., Joanisse, M.2026-02-26🧠 neuroscience