Historical Redlining and Arterial Roads in Baltimore, Maryland
Diese Studie zeigt, dass historisch als „redlined“ klassifizierte Stadtviertel in Baltimore eine fast doppelt so hohe Dichte an Arterialstraßen aufweisen wie nicht als „redlined“ klassifizierte Gebiete, was eine signifikante Verbindung zwischen historischem strukturellem Rassismus und den baulichen Umweltfaktoren hervorhebt, die zu Disparitäten bei Fußgängerverletzungen beitragen.
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Stellen Sie sich die Stadt wie ein riesiges, lebendiges Puzzle vor, das aus Stadtvierteln besteht, von denen jedes seine eigene Persönlichkeit, Geschichte und Form hat. Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler und Stadtplaner herauszufinden, warum manche Teile dieses Puzzles sicherer für Fußgänger sind als andere. Sie wissen, dass die „bebaute Umwelt“ – die Straßen, Gebäude und Wege, die wir bauen – eine große Rolle dabei spielt, ob ein Fußgänger verletzt wird. Stellen Sie sich eine belebte, schnell fließende Straße wie einen Fluss aus Autos vor; wenn ein Stadtviertel von einem breiten, tosenden Fluss durchzogen wird, ist es viel schwieriger und gefährlicher zu überqueren, als wenn man nur entlang eines ruhigen, sanften Baches spaziert.
Aber hier kommt der Clou: Diese gefährlichen Straßen sind nicht einfach so entstanden. Vor langer Zeit gab es eine Praxis namens „Redlining“. Dies war eine Zeit, in der Banken und Regierungen rote Linien auf Karten um bestimmte Stadtviertel zeichneten – meist dort, wo schwarze Familien lebten –, um ihnen Kredite und Investitionen zu verweigern. Es war eine Art der Sortierung, bei der entschieden wurde, welche Gebiete „gut“ und welche „schlecht“ waren, basierend auf Rasse und Geld. Während wir wissen, dass Redlining diese Gemeinschaften finanziell geschädigt hat, drängt sich eine neue Frage auf: Haben diese alten, ungerechten Linien auch darüber entschieden, wo die gefährlichen, schnellen Straßen gebaut wurden? Diese Studie taucht in diese Frage ein und fragt, ob die Geister alter Karten noch heute die gefährlichen Straßen bestimmen, auf denen wir gehen.
Die Karte, die niemals verschwand
In der Stadt Baltimore, Maryland, beschlossen Forscher, Detektivarbeit mit zwei sehr unterschiedlichen Arten von Karten zu leisten. Auf der einen Seite hatten sie den „Historischen Redlining-Indikator“, der wie eine Zeitkapsel funktioniert und zeigt, welche Stadtviertel damals mit roten Linien (bewertet mit C und D) oder grünen Linien (bewertet mit A und B) markiert wurden. Auf der anderen Seite hatten sie eine moderne Karte der „Arterialstraßen“. Man kann sich diese Arterialstraßen als die Hauptschlagadern der Stadt vorstellen – die großen Venen, die den Verkehr in hoher Geschwindigkeit ein- und auspumpen. Dies sind die Straßen, die sich durch Stadtviertel ziehen und die Menschen oft daran hindern, sicher zu überqueren.
Die Forscher wollten sehen, ob es eine Verbindung zwischen den alten roten Linien und den heutigen Verkehrslinien gibt. Sie behandelten die Stadt wie ein riesiges Raster aus Stadtvierteln (genannt Census Tracts) und zählten, wie viele Meilen dieser belebten, gefährlichen Straßen durch jedes einzelne verliefen. Dann teilten sie die Stadtviertel in zwei Gruppen auf: solche, die historisch „hochgradig redlined“ waren (diejenigen, die früher mit roten Linien markiert wurden), und solche mit „keinem Redlining“ (diejenigen, die damals als „sichere“ Investitionen galten).
Was sie fanden
Die Ergebnisse waren eindeutig, wie das Aufheulen einer Sirene. Die Studie fand heraus, dass Stadtviertel, die historisch redlined waren, fast doppelt so viele Meilen dieser gefährlichen Arterialstraßen aufweisen, die durch sie hindurchführen, im Vergleich zu den Stadtvierteln, die nie redlined wurden.
Um es konkret zu machen: Die „hochgradig redlined“ Stadtviertel hatten durchschnittlich 12,7 Meilen an Arterialstraßen pro Quadratmeile Land. Im Gegensatz dazu hatten die „Nicht-Redlined“-Stadtviertel nur 6,6 Meilen dieser Straßen pro Quadratmeile. Das ist ein massiver Unterschied. Die Mathematik zeigte, dass dies kein Zufall war; die Zahlen waren statistisch signifikant, was bedeutet, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass dies durch reinen Zufall geschah.
Die Forscher verwendeten auch eine spezielle Art der Kartenanalyse (genannt Moran's I), um zu sehen, ob diese Straßen einfach zufällig verstreut oder eher gehäuft auftraten. Sie fanden heraus, dass die gefährlichen Straßen definitiv zusammengeklumpt waren, und erraten Sie, wo? Genau in der Mitte der historisch redlined Gebiete. Sie entdeckten 27 spezifische Punkte, an denen die Dichte dieser Straßen hoch war, und jeder einzelne dieser Punkte befand sich in einem Stadtviertel, das in der Vergangenheit redlined worden war.
Warum das wichtig ist
Die Arbeit legt nahe, dass die Art und Weise, wie unsere Städte gebaut werden, nicht nur mit dem Verkehrsfluss zu tun hat, sondern tief mit alten, unfairen politischen Maßnahmen verwurzelt ist. Die Studie sagt nicht nur „Straßen sind gefährlich“, sondern zeigt mit dem Finger auf die Geschichte und verdeutlicht, dass die Stadtviertel, die bereits durch Redlining benachteiligt wurden, nun die schwerste Last des Verkehrsrisikos tragen.
Die Autoren merken vorsichtig an, dass dies eine Momentaufnahme ist – ein Blick darauf, wie die Dinge im Hier und Jetzt basierend auf alten Karten aussehen. Sie geben zu, dass sich die Welt in den letzten 80 Jahren verändert hat und dass die alten roten Linien nicht jede einzelne Veränderung erfassen, die seitdem stattgefunden hat. Zudem gibt es aufgrund der Betrachtung ganzer Stadtviertel anstatt einzelner Straßen eine gewisse Unsicherheit über die exakten Details (ein Konzept, das die Arbeit als „Modifiable Areal Unit Problem“ bezeichnet). Die Kernbotschaft ist jedoch stark: Historisch redlined Gebiete in Baltimore sind derzeit gesättigt mit Arterialstraßen, was ein Sicherheitsrisiko schafft, das fast doppelt so hoch ist wie in nicht-redlined Gebieten.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass wir, wenn wir die Verkehrssicherheit verbessern und verhindern wollen, dass Fußgänger verletzt werden, nicht nur die Straßen selbst betrachten dürfen. Wir müssen die Geschichte betrachten, die sie gebaut hat. Die Autoren schlagen vor, dass Stadtplaner einen „kontextbasierten Ansatz“ verfolgen sollten, indem sie diese historischen Narben untersuchen, um zu entscheiden, wo Sicherheitsmaßnahmen zuerst umgesetzt werden müssen. Es ist eine Erinnerung daran, dass man manchmal die Karten von gestern lesen muss, um die Probleme von heute zu lösen.
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