Inhabiting the maritorio from and beyond the shore: Socioecologies of care among Williche women in southern Chiloé
Diese qualitative ethnografische Studie zeigt auf, wie Williche-Frauen im südlichen Chiloé das Leben und die Selbstverwaltung innerhalb des relationalen „Maritorios“ durch umfassendes ökologisches Wissen und sozio-ökologische Fürsorgepraktiken aufrechterhalten, ungeachtet der historischen Unsichtbarkeit und des zeitgenössischen Drucks durch Privatisierung und Aquakultur.
Originalarbeit lizenziert unter CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/). Dies ist eine KI-generierte Erklärung des untenstehenden Papers. Sie wurde nicht von den Autoren verfasst oder gebilligt. Für technische Genauigkeit konsultieren Sie das Originalpaper. Vollständigen Haftungsausschluss lesen
Das Wohnzimmer des Ozeans: Eine Geschichte von Fürsorge, Gezeiten und Williche-Frauen
Stellen Sie sich den Ozean nicht als eine riesige, leere blaue Autobahn für Schiffe vor, sondern als ein riesiges, lebendiges Wohnzimmer, in dem der Boden aus Sand besteht, die Wände aus Kelpwäldern gebildet werden und die Möbel aus Fischen und Algen bestehen. Lange Zeit haben Wissenschaftler und Regierungen das Meer wie eine Fabrik behandelt: einen Ort, um Ressourcen zu extrahieren, Gewinne zu messen und strikte Linien zwischen „Land“ und „Wasser“ zu ziehen. Aber es gibt eine andere Art, es zu sehen, ein Konzept namens Maritorio. Betrachten Sie das Maritorio als ein einziges, zusammenhängendes Viertel, in dem Land und Meer so sehr miteinander vermischt sind, dass man nicht sagen kann, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Es ist ein Ort, an dem das Leben gemeinsam stattfindet – unter Einbeziehung von Menschen, Tieren, Pflanzen und sogar der Gezeiten selbst.
In diesem Viertel gibt es eine besondere Gruppe von Hüterinnen: Williche-Frauen im Süden Chiles. Während alte Geschichten das Meer oft als eine „Welt der Männer“ voller harter Fischer malen, waren diese Frauen über Generationen hinweg die stillen Architektinnen des Lebens dort. Sie „arbeiten“ nicht nur im Wasser; sie leben darin, navigieren darin und pflegen es wie einen Garten. Dieses Papier stellt eine einfache, aber kraftvolle Frage: Wie navigieren diese Frauen durch das Maritorio und wie halten ihre täglichen Akte der Fürsorge das ganze Viertel am Leben? Es stellt sich heraus, dass ihr Geheimnis nicht nur das Fangen von Fischen ist, sondern ein tiefes, sinnliches Verständnis der Rhythmen des Ozeans und die Weigerung, das Meer zu einem bloßen Produkt werden zu lassen, das verkauft werden kann.
Die Geschichte der Meereswanderinnen
In den südlichen Inseln Chiles, bekannt als Chiloé, gibt es eine einzigartige Lebensweise, die die Grenze zwischen dem Strand und dem offenen Ozean verwischt. Forscher reisten in zwei kleine Küstendörfer, La Barra de Chaiguao und San Juan de Chadmo, um den Geschichten der Williche-Frauen zu lauschen. Diese Frauen sind die Hüterinnen des Maritorio, eines Konzepts, das das Meer und das Land als ein großes, miteinander verbundenes Zuhause sieht, statt als zwei getrennte Orte.
Die Forscher fanden heraus, dass das Meer für diese Frauen nicht nur ein Arbeitsplatz ist; es ist ein Klassenzimmer, ein Spielplatz und ein gemeinsames Wohnzimmer zugleich.
Gemeinsam Segeln: Das Familienboot
Über Generationen hinweg beobachteten die Frauen dieser Dörfer nicht nur vom Ufer aus; sie waren mit ihren Familien auf dem Wasser. Stellen Sie sich ein Familienboot als ein mobiles Haus vor. In der Vergangenheit ließen sich Mütter, Väter und Kinder alle in kleine Ruderboote oder Segelschiffe steigen, um Fische zu fangen, Algen zu sammeln oder Nachbarn auf anderen Inseln zu besuchen.
Eine Frau, Oriana, erinnerte sich daran, als Kind mit ihren Brüdern in einem Boot gefahren zu sein, dessen provisorisches Segel aus einem Laken bestand. Eine andere, Mara, erzählte die Geschichte, wie sie ein Boot steuerte, während ihr Mann den Motor bediente und ihre Kinder sicher in der Kabine saßen und beim Aufwachsen den Rhythmus der Wellen lernten. Für diese Frauen war das Segeln die Art und Weise, wie sie ihr Leben aufbauten. Es war die Art, wie sie zur Schule kamen, wie sie Verwandte besuchten und wie sie feierten. Das Boot war nicht nur ein Werkzeug; es war der Faden, der ihre Gemeinschaft zusammennähte.
Das „Privado“-Problem: Wenn das Meer abgesperrt wird
Doch die Dinge haben sich geändert. Die Forscher erklären, dass sich das Meer in den letzten Jahrzehnten zunehmend „privado“ angefühlt hat (ein lokales Wort, das sowohl „privat“ als auch „verwirrt/verärgert“ bedeutet). Große Lachsfarmen und strenge staatliche Regeln haben riesige Teile des Wassers übernommen.
Stellen Sie sich vor, in Ihrem Lieblingspark würden plötzlich Zäune um die besten Schaukeln gebaut, und Sie bräuchten eine spezielle Lizenz, nur um über das Gras zu laufen. Genau das ist dem Meer passiert. Neue Regeln erfordern teure Zertifizierungen zum Tauchen oder Fischen, und die Lachsfarmen haben die kleinen Boote verdrängt. Viele Frauen stellten fest, dass sie nicht mehr frei segeln konnten. Sie wurden vom offenen Wasser an den Strand gedrängt oder mussten das Meer ganz verlassen, um in den Lachsfabriken zu arbeiten. Die Forscher legen nahe, dass dieser Wandel es schwieriger gemacht hat, dass Familien mit dem Ozean in der Art und Weise verbunden bleiben, wie sie es früher taten, wodurch ein gemeinsames Zuhause in eine restriktive Zone verwandelt wurde.
Die ECMPO: Ein rechtlicher Schutzschild für das Meer
Aber die Frauen gaben nicht auf. Sie kämpften mit einem rechtlichen Instrument namens ECMPO (Küstenmeeresgebiet indigener Völker). Betrachten Sie die ECMPO als eine Urkunde für einen Gemeinschaftsgarten. Sie erlaubt indigenen Gemeinschaften zu sagen: „Dieser Teil des Ozeans ist unser Zuhat, und wir haben das Recht, ihn nach unseren Traditionen zu verwalten.“
In La Barra de Chaiguao gelang es den Frauen, eine ECMPO genehmigen zu lassen. In San Juan de Chadmo wurde ihr Antrag abgelehnt, was viel Frustration auslöste. Aber in beiden Orten brachte der Prozess der Beantragung die Frauen zusammen. Er gab ihnen einen Grund, sich zu „revolver“ (zu mischen und zusammenzukommen), Geschichten zu teilen und zu planen, wie sie ihre Algen und Fische schützen können. Es wurde zu einem Weg, ihre Gemeinschaft wieder aufzubauen und sicherzustellen, dass das Meer ein Ort des Lebens bleibt, nicht nur des Profits.
Die Kunst des „Pateado“: Das Wandern durch die Algen
Eines der faszinierendsten Dinge, die die Forscher entdeckten, ist, wie diese Frauen luga (eine Art essbarer Alge) ernten. Es gibt zwei Hauptwege, um Algen zu gewinnen:
- Tauchen: Dies wird meist von Männern durchgeführt, beinhaltet das Abtauchen in die Tiefe, um Algen zu schneiden. Es ist industriell geprägt und oft auf den Verkauf an große Unternehmen ausgerichtet.
- Pateado: Dies ist das, was die Frauen tun. Sie wandern bei Ebbe am Ufer entlang und „trampeln“ oder sammeln die Algen, die das Meer angespült hat oder die gerade noch sichtbar sind.
Dies ist nicht bloßes Sammeln; es ist ein Tanz mit den Gezeiten. Die Frauen wissen genau, wann sie gehen müssen, basierend auf dem Mond und dem Klang der Wellen. Sie haben eine tiefe, sinnliche Verbindung zum Wasser. Eine Frau, Irina, erklärte, dass sie nachts keine Taschenlampen brauchen, weil ihre Hände den Unterschied zwischen Alge und Stein fühlen können.
Entscheidend ist, dass die Frauen eine besondere Form der Fürsorge praktizieren, die „Stewardship“ (Verwalterschaft) genannt wird. Wenn sie ernten, achten sie darauf, die Algen nicht samt der Wurzel herauszuzieken. Sie lassen die Basis am Stein befestigt, damit sie nachwachsen kann. Sie warten, bis die Algen voll ausgewachsen sind, bevor sie sie nehmen. Sie nehmen nur das, was sie brauchen. Es ist, als würde man Äpfel von einem Baum pflücken, aber die Zweige stehen lassen, damit der Baum über Jahre hinweg weiterhin Früchte tragen kann.
Die Forscher fanden heraus, dass dieses „uferbasierte“ Sammeln hauptsächlich von Frauen durchgeführt wird, weil es zu ihrem Leben passt. Sie können ihre Kinder mitnehmen oder es erledigen, während sie den Haushalt führen. Es ist eine flexible Art der Arbeit, die die Familie mit dem Meer verbindet, selbst wenn die großen industriellen Regeln versuchen, sie wegzudrängen.
Das „unreine“ und fluide Leben
Das Papier schließt damit ab, dass diese Frauen ein Leben führen, das die Autoren als „unrein und fluid“ beschreiben. Das klingt etwas chaotisch, ist aber in Wirklichkeit eine Superkraft.
Stellen Sie sich eine Person vor, die einen 9-to-5-Job in einer Fabrik hat, aber gleichzeitig Gemüse im Garten anbaut, Nachbarn mit Kräutermedizin heilt und Gemeindeversammlungen organisiert. Das ist das Leben einer Williche-Frau. Sie passen nicht in ordentliche Schubladen wie „traditionell“ oder „modern“, oder „Arbeiterin“ oder „Betreuerin“. Sie tun alles gleichzeitig.
Sie mögen Algen an globale Unternehmen verkaufen, um Schulsachen zu bezahlen, aber sie ernten sie auch sorgfältig, um sicherzustellen, dass sie nachwachsen. Sie mögen in der Lachsindustrie arbeiten, aber sie kämpfen auch dafür, den Ozean vor der Verschmutzung zu schützen, die eben jene Industrien verursachen. Sie verhandeln ständig, passen sich an und finden Wege, das Leben in einer sich verändernden Welt am Laufen zu halten.
Warum das wichtig ist
Die Forscher legen nahe, dass diese Frauen die Hüterinnen des Maritorio sind. Während die Welt den Ozean oft als einen Ort sieht, um Geld zu extrahieren, sehen diese Frauen ihn als einen Ort, um Leben zu erhalten. Ihr Wissen über die Gezeiten, ihre Fürsorge für die Algen und ihre Fähigkeit, die komplexen Regeln der modernen Welt zu navigieren, zeigen uns eine andere Art, mit der Natur zu leben.
Indem wir unseren Fokus von der „produktiven“ Tiefsee auf den „fürsorglichen“ Küstenstreifen verlagern, können wir erkennen, dass die Frauen von Chiloé nicht nur überleben; sie weben aktiv ein Netz der Fürsorge, das die menschliche und die nicht-menschliche Welt zusammenhält. Sie beweisen, dass man Teil der Weltwirtschaft sein kann, ohne zu vergessen, wie man auf die Wellen hört.
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