Algorithmic Exclusion of Informal and Migrant Construction Workers from Occupational Safety Governance in Türkiye
Dieses Paper kritisiert die Annahme, dass Digitalisierung die Arbeitsschutzsteuerung inhärent verbessert, indem es das Framework der „Digitalen Schattenarbeit“ einführt, welches aufzeigt, wie das algorithmische Arbeitsschutzsystem der Türkei informelle und migrantische Bauarbeiter durch vier Filtertore systematisch ausschließt und dadurch deren Unsichtbarkeit in ein konstitutives Merkmal der Governance statt in ein temporäres Defizit verwandelt.
Originalarbeit lizenziert unter CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/). Dies ist eine KI-generierte Erklärung des untenstehenden Papers. Sie wurde nicht von den Autoren verfasst oder gebilligt. Für technische Genauigkeit konsultieren Sie das Originalpaper. Vollständigen Haftungsausschluss lesen
In der modernen Welt verlassen sich Regierungen zunehmend auf digitale Systeme, um komplexe Aufgaben zu bewältigen, von der Verteilung sozialer Leistungen bis hin zur Gewährleistung der Sicherheit an Arbeitsplätzen. Diese Systeme basieren auf einer einfachen Prämisse: Wenn eine Person im Datensatz erfasst ist, wird sie vom Staat gesehen, und wenn sie gesehen wird, ist sie geschützt. Dieser Ansatz geht davon aus, dass die Komputerisierung alte Probleme wie versäumte Inspektionen oder verlorene Unterlagen löst, indem er ein klares, automatisiertes Register für jeden Arbeiter und jeden Arbeitgeber schafft. Diese Logik enthält jedoch einen verborgenen Fehler. Wenn ein Arbeiter gar nicht erst in das System eingegeben wird, versagt das digitale Sicherheitsnetz nicht nur dabei, ihn aufzufangen; es macht ihn vollkommen unsichtbar. Wenn eine Regierung einen Arbeiter nicht sehen kann, kann sie auch nicht die Gesetze durchsetzen, die darauf ausgelegt sind, diesen Arbeiter am Leben zu erhalten. Dies schafft ein Paradoxon, bei dem die Werkzeuge, die eigentlich die Sicherheit verbessern sollten, die gefährlichsten Jobs sogar noch gefährlicher machen könnten, indem sie die Menschen ignorieren, die den Schutz am dringendsten benötigen.
Ein Forscher namens Kaan Koçali von der Istanbul Gelişim University hat genau dieses Problem in der Bauindustrie der Türkei untersucht. Das Land hat ein hochmodernes digitales System namens İSG-KATİP aufgebaut, das in das nationale E-Government-Portal integriert ist. Diese Plattform registriert Betriebe automatisch, verfolgt, ob Sicherheitsfachkräfte eingestellt wurden, und verhängt Strafen, wenn Regeln verletzt werden. Für die Arbeiter, die sie sehen kann, ist sie ein Modell der Effizienz. Doch die türkische Bauwirtschaft beherbergt auch eine enorme Anzahl informeller Arbeiter und Migranten aus Syrien, denen es oft an offiziellen Dokumenten oder der administrativen Unterstützung zur Registrierung fehlt. Koçalis Forschung stellt eine kritische Frage: Was passiert mit der Sicherheit dieser nicht registrierten Arbeiter, wenn das gesamte System nur darauf ausgelegt ist, diejenigen zu schützen, die bereits auf der Liste stehen?
Um dies zu beantworten, führt die Studie eine neue Denkweise namens „Digital Shadow Labor“-Framework (Rahmenkonzept der digitalen Schattenarbeit) ein. Anstatt digitale Exklusion als eine einzelne Barriere zu betrachten, beschreibt der Forscher sie als eine Reihe von vier Toren, die ein Arbeiter passieren muss, um gesehen und geschützt zu werden. Das erste Tor ist die Identität. Um in das System zu gelangen, benötigt ein Arbeiter einen gültigen nationalen Identitätsnachweis und eine legale Arbeitserlaubnis. Viele syrische Migranten und einige lokale Arbeiter besitzen diese Dokumente nicht, wes-halb sie sofort gestoppt werden. Sie werden nicht nur unzureglich versorgt; sie werden effektiv aus dem System gelöscht, noch bevor überhaupt Sicherheitsregeln auf sie Anwendung finden können.
Das zweite Tor ist die Navigation. Selbst wenn ein Arbeiter die richtigen Papiere besitzt, erfordert das System ein gewisses Maß an administrativer Geschicklichkeit zur Nutzung. In der Bauindustrie wird die Arbeit oft über kleine Subunternehmer organisiert, die möglicherweise kein Büropersonal oder das technische Know-how besitzen, um ihre Mitarbeiter korrekt zu registrieren. Ein Unternehmen mag zwar alle rechtlichen Dokumente besitzen, aber scheitert daran, die Daten in das digitale Portal einzugeben, weil es nicht weiß, wie es geht. Dies schafft eine zweite Ebene der Unsichtbarkeit, bei der Arbeiter technisch gesehen anspruchsberechtigt für den Schutz sind, aber aufgrund der Komplexität des Systems verloren gehen.
Das dritte Tor ist die Datensichtbarkeit. Da das System nur die Arbeiter erfasst, die die ersten beiden Tore passieren, spiegeln die offiziellen Statistiken zur Arbeitssicherheit nur diese spezifische Gruppe wider. Jüngste Daten aus der Türkei zeigen, dass die Bauindustrie im Vergleich zu ihrem Anteil an registrierter Beschäftigung eine unverhältnismäßig hohe Anzahl an erfassten Todesfällen aufweist. Die Studie weist jedoch darauf hin, dass diese Zahlen wahrscheinlich nur einen Teil der Geschichte erzählen. Da die nicht registrierten Arbeiter nicht in der Datenbank enthalten sind, werden ihre Unfälle und Todesfälle in den offiziellen Gesamtzahlen nicht mitgezählt. Die Daten werden „selektiv blind“ und zeichnen ein Bild der Sicherheit, das unvollständig und potenziell irreführend ist.
Das letzte Tor ist die Rechenschaftspflicht. In einem digitalen System werden Strafen automatisch ausgelöst, wenn ein registrierter Arbeitgeber die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Aber wenn ein Arbeiter nicht registriert ist, hat das System keine Möglichkeit zu wissen, dass er existiert. Es gibt keinen automatischen Alarm, der läutet, wenn ein nicht registrierter Arbeiter in Gefahr ist, und es wird keine Strafe an einen Arbeitgeber verhängt, wenn er diesen anstellt. Das System ist hochgradig rechenschaftspflichtig gegenüber den Menschen, die es kennt, aber es hat keinen Mechanismus, um jemanden für die Menschen verantwortlich zu machen, die es nicht sehen kann. Dies macht eine vorübergehende Lücke im System zu einem permanenten Merkmal der Sicherheitsverwaltung.
Die Forschung legt nahe, dass diese digitale Exklusion nicht nur ein technischer Fehler, sondern ein strukturelles Problem ist, das das Wesen der Sicherheitsverwaltung verändert. In der Vergangenheit konnte ein menschlicher Inspektor, der eine Baustelle besichtigte, vielleicht sein Urteilsvermögen nutzen, um einen nicht registrierten Arbeiter zu bemerken und Maßnahmen zu ergreifen, selbst wenn dieser Arbeiter nicht auf einer Liste stand. Ein digitales System hingegen folgt einer strengen Logik, die nur das erkennt, was in sie eingegeben wird. Die Studie argumentt, dass die Digitalisierung ohne ein spezifisches Design zum Einschluss dieser unsichtbaren Bevölkerungsgruppen das Risiko birgt, das Problem der Informalität durch deren Verbergen sogar noch zu verschlimmern. Die nicht registrierten Arbeiter sind physisch präsent auf den Baustellen und sind denselben Risiken wie Stürzen oder Verletzungen ausgesetzt wie alle anderen, aber sie sind nun unsichtbar für die Gesetze, die sie retten sollen.
Das Paper behauptet nicht, dass die Digitalisierung die Ursache für informelle Arbeit oder Migration ist; diese Probleme existierten schon lange vor der Nutzung von Computern. Stattdessen wird argumentiert, dass durch die Automatisierung von Sicherheitsprüfungen ohne einen Plan für die Nicht-Registrierten das System eine neue Art der Blindheit schafft. Die offiziellen Statistiken, die eine hohe Sterblichkeitsrate im Baugewerbe aufzeigen, zählen die Todesfälle wahrscheinlich zu niedrig, da sie genau die Menschen übersehen, die am stärksten gefährdet sind. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass digitale Governance erst dann wirklich effektiv sein kann, wenn sie ihre eigenen Grenzen anerkennt. Dies bedeutet, Wege zu schaffen, damit Inspektoren nicht registrierte Arbeiter melden können, zu bewerten, wie Algorithmen Menschen ausschließen könnten, bevor sie eingesetzt werden, und legale Wege zu finden, damit informelle Arbeiter in das System gelangen können. Bis diese Schritte unternommen werden, wird das digitale Sicherheitsnetz ein Netz bleiben, das nur diejenigen auffängt, die bereits sichtbar sind, und die Verwundbarsten durch die Maschen fallen lässt.
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